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Wird mal eben Hilfe gebraucht oder mag man der Jeans, die viel zu schade zum Wegwerfen ist, zu einem sinnvollen zweiten Leben verhelfen? Auch via Smartphone kann man solche Anliegen jetzt beim Share-Ring VS teilen, den Petra Neumann (Bild) ins Leben gerufen hat. (Foto: Eich)
sbo und Cornelia Spitz

Die zu klein gewordene Jeans weitergeben? Oder vor einem Umzug einfach mal um Hilfe bitten? „Solche Dinge sind oft nicht mehr salonfähig“, weiß Petra Neumann und geht dagegen an: Mit dem Share-Ring VS wischt sie den Stempel der Bedürftigkeit von Anliegen, wie sie eigentlich jeder einmal hat.

Dass Nehmen noch lange nichts mit Bedürftigkeit zu tun haben muss und andererseits kostenlos Geben kein Zeichen von Großkotzigkeit ist, kann man nun auf einer neuen Plattform erfahren: dem Share-Ring VS. Gegründet hat ihn die Doppelstädterin Petra Neumann. Die Idee dahinter: tauschen und sich austauschen, Nachbarschaftshilfe im weitesten Sinne leben und Kontakte knüpfen. Nachhaltigkeit? Auch sie spielt dabei eine Rolle, auch wenn die Initiatorin das derzeit so arg strapazierte Wort in diesem Zusammenhang am liebsten gar nicht in den Mund nehmen mag.

Mit funkelnden Augen stellt die berufstätige Mutter ihr neuestes Baby vor. Schwanger ging sie mit der Idee schon lange, „es fehlte nur an der Zeit“, erzählt sie. Doch jetzt packte sie es an – eine Facebook-Gruppe ist gegründet, eine Internet-Seite ebenso, das Logo ist kreiert, Mailadresse und gesonderte Handynummer zur Kontaktaufnahme und „Auftragsannahme“ sind beschafft – es kann also losgehen. Die Marschrichtung ist klar: Der Share-Ring VS soll ein Portal werden für Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeitsdienste, die Auftragsvergabe und das Teilen von Gütern oder Lebensmitteln. „Also Dinge, die man zwar Google fragen kann, aber darauf keine Antwort finden wird“, erklärt die 36-Jährige. Mit ihrer Idee zum Sharing, also dem Teilen, möchte sie alle Altersgruppen und sozialen Schichten ansprechen – „das ist längst nicht nur an Bedürftigkeit gekoppelt“. Schön wäre es, wenn beim Share-Ring irgendwann sogar bei Workshops Wissen geteilt wird – von gemeinsamen Do-it-Yourself-Projekten unter Anleitung eines Könners bis hin zur Gartenbank wäre so vieles möglich, schwärmt Petra Neumann.

Doch erst einmal fängt sie bei Null an. Dass aller Anfang schwer ist, ist der Schwenningerin klar: „Jetzt geht es erst einmal darum, Traffic zu schaffen.“ Erfahrung im Internetgeschäft hat sie bereits reichlich und auch den möglicherweise erforderlichen langen Atem. Die Plattform muss schließlich erst mit Leben gefüllt werden, ein reger Austausch mit Geben und Nehmen passiert nicht von Heute auf Morgen, dafür braucht es einen Motor – und der heißt in diesem Fall Petra Neumann. In der von ihr gegründeten Facebookgruppe „Share-Ring VS und Umgebung – Nachbarschaftshilfe und Gemeinschaft“ werden die Anliegen veröffentlicht und können sich Helfer, Anbietende sowie Suchende gleichermaßen melden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, „mir eine E-Mail zu senden oder mich per SMS zu kontaktieren, um das Anliegen dann über mich dort zu veröffentlichen“.

In den ersten Fällen ging das Konzept schon auf. Ein Kinderwagen für eine Familie, die in paar Wochen für ein paar Tage in VS weilt, aber ihren Kinderwagen nicht mitnehmen kann, ist organisiert. Und auch die Marmeladengläser, die eine Nutzerin zum Basteln suchte, waren schnell gefunden. Jetzt sind Nachahmer willkommen.

Erreichbar ist der Share-Ring per Mail an petra@share-ring.de sowie telefonisch unter 0178 / 9 32 71 09.

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