Gemeinderat freut sich über „Helfer vor Ort“

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 Der Vorsitzende des Regionalverbands der Johanniter-Unfallhilfe Bodensee-Oberschwaben, Tobias Irion aus Trossingen (von links),
Der Vorsitzende des Regionalverbands der Johanniter-Unfallhilfe Bodensee-Oberschwaben, Tobias Irion aus Trossingen (von links), der Erstretter Marc Schmidt aus Tuningen und der Ortsbeauftragte VS Andreas Sixel freuen sich, ab dem neuen Jahr mit dem Projekt „Helfer vor Ort“ starten zu können. (Foto: Bombardi)
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„Bürger helfen Bürgern“ lautet die Prämisse der Johanniter-Unfallhilfe. Ab sofort hat sie auch aus Sicht der Gemeindeverwaltung die offizielle Berechtigung, das Projekt „Helfer vor Ort“ in Tuningen zu starten.

Ihr Vorhaben, die Notfallrettung des Rettungsdienstes durch rasche Erste-Hilfe-Maßnahmen vor Ort zu erweitern, bestätigte der Gemeinderat einstimmig. Zuvor beeindruckte Ortsbeauftragter Andreas Sixel von der Dienststelle in Villingen-Schwenningen den Gemeinderat mit seinen Ausführungen über den selbstlosen und ehrenamtlichen Einsatz im Rahmen des Projekts. Sixel skizzierte die Johanniter-Unfallhilfe als eine der fünf großen Hilfsorganisationen im Bund.

Aus historischer Sicht gehen deren Ursprünge auf den evangelischen Johanniter-Orden zurück, weshalb es eines ihrer Ziele ist, ihren Bekanntheitsgrad dank solidarischer Hilfe und Dienst am Nächsten sukzessive zu erweitern. Als Befürworter der Kooperation zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen präsentierte Sixel die Helfer vor Ort (HvO) als erste Ansprechpartner.

Nach einer Alarmierung über die Rettungsleitstelle leiten die ortskundigen Helfer vor Ort Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. „Wir ersetzen nicht den Rettungsdienst, sondern leisten dank sehr gut ausgebildeter Ersthelfer schnelle Hilfe für die in Not geratenen Bürger.“ Sixel berichtete von geringen und überschaubaren Kosten für die ehrenamtlichen HvO-Tätigkeiten, die sich in der Regel über Spenden finanzieren.

Indes funktioniert das Projekt „Tuninger helfen Tuningern“ umso besser, je mehr Bürger ihr Interesse an einer Mitwirkung bekunden. Voraussetzungen für eine Mitarbeit sind Volljährigkeit und eine gute Gesundheit. Die erforderliche Ausbildung für einen Helfer vor Ort übernimmt die Johanniter-Unfallhilfe. Erster Helfer vor Ort ist in Tuningen Marc Schmidt, weitere Bürger haben bereits ihr Interesse bekundet oder sind bereits in Ausbildung. Die Spende eines Autos und einer Erstausstattung ermöglichen den Projektstart in Tuningen zum 1. Januar.

„Die Initialzündung für das Projekt kam von den Tuninger Bürgern“, ergänzte Sixel, der im Schwarzwald-Baar-Klinikum arbeitet und regelmäßig von Betroffenen erfahren musste, wie lange es dauert, bis ein Rettungswagen in Tuningen eintrifft. „Wir bieten den Dienst in Absprache mit der DRK-Ortsgruppe an, die aktuell keine Kapazitäten besitzt, das Projekt zu realisieren“, ergänzte Sixel.

Zudem bestätigte er, dass es aktuell nicht vorgesehen ist, die Vereinsräume des DRK zu nutzen. Mittelfristiges Ziel ist es, genügend Helfer vor Ort zu haben, um die Einsatzbereitschaft während 24 Stunden an sieben Tagen zu garantieren.

Bürgermeister Ralf Pahlow begrüßt den Grundgedanken, eine HvO-Gruppe aufzubauen und ist überzeugt, dass das Angebot eine Bereicherung für Tuningen darstellt. Er sprach hinsichtlich der Zahl an Einwohnern, den Betrieben im Industriegebiet und der Lage zur Autobahn von einem Mehrwert für die Region.

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