Gefundenes Fressen für Borkenkäfer

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 Der Borkenkäfer bereitet auch den Tuningern Kopfzerbrechen.
Der Borkenkäfer bereitet auch den Tuningern Kopfzerbrechen. (Foto: Schwarzwälder Bote)
sbo und Erich Bieberstein

Der Borkenkäfer macht Tuningens Planrechnung zunichte: In der Gemeinderatsitzung informierte Bürgermeister Ralf Pahlow die Räte, dass sich, bedingt durch einen heftigen Borkenkäferbefall, der geplante Holzeinschlag massiv erhöht hat.

Geplant waren in der Jahresrechnung Holzernteerträge aus rund 1700 Festmetern Holz, nun mussten bereits 1000 Festmeter käferbefallene Fichten und Tannen zusätzlich gefällt werden.

Insbesondere die Tannen waren durch die Hitzeperiode des Vorjahrs massiv geschwächt und waren so ein im wahrsten Sinne gefundenes Fressen für die Borkenkäfer. Der Befall der Fichten sei überschaubar, aber die Tannen hätten gehörig etwas abbekommen, sagte der Bürgermeister.

Förster Mathias Berger ging dann auch resolut an die Aufräumaktion in seinem Revier, und man sorgte nicht nur für das Fällen und Bearbeiten der Bäume, sondern auch für einen schnellstmöglichen Abtransport der Holzstämme aus dem Wald.

Nur so könne man gewährleisten, dass noch ein einigermaßen vernünftiger Holzpreis zu erzielen ist. „Das ist keine gute Nachricht, doch damit müssen wir nun umgehen“, sagte Pahlow.

Da sei auch der zehnjährige Forsteinrichtungsplan nicht mehr die Grundlage. Was raus müsse, das müsse auch schnellstmöglich bearbeitet werden. Man wisse auch nicht, was die Zukunft noch bringe. Eine Vielzahl der Bäume sei nach wie vor massiv geschwächt, und Förster Berger hofft inständig auf eine regnerische Periode, damit sich die Bäume zumindest etwas erholen können. Doch das sei natürlich ein Wunschgedanke des Forstfachmanns.

Tuningen stehe mit der Problematik nicht alleine in der Region, viele Umlandgemeinden kämpften mit den gleichen oder ähnlichen Voraussetzungen. Das wirke sich auf den Holzpreis aus. Noch sei ein einigermaßen vernünftiger Preis zu erzielen, am Markt sei jedoch schon ein Rückgang zu verzeichnen.

Gemeinderat Emil Maier appellierte an die Verwaltung, den Zehn-Jahres-Plan so gut wie möglich zu verfolgen, so dass der Forst im nächsten Jahr den Holzeinschlag entsprechend reduzieren muss.

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