Die Fusion der DRK-Kreisverbände Donaueschingen und Villingen-Schwenningen schien bereits in trockenen Tüchern zu sein – nun ist
Die Fusion der DRK-Kreisverbände Donaueschingen und Villingen-Schwenningen schien bereits in trockenen Tüchern zu sein – nun ist das Vorhaben gescheitert. (Foto: symbol: Bernd Weissbrod/DPA)
sbo und Cornelia Spitz

Eigentlich schien alles in trockenen Tüchern zu sein. Bereits seit vielen Jahren wurde verhandelt – und im Dezember 2018 ließen Insider des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verlauten, die Fusion der Kreisverbände Donaueschingen und Villingen-Schwenningen sei keine Zukunftsmusik mehr, sondern stehe unmittelbar bevor. Zunächst sollten bereits Mitte 2019 Taten folgen, dann wurde es immer später.

Die Vision aber war immer noch dieselbe: Der neue DRK-Kreisverband Schwarzwald-Baar sollte den politischen Grenzen des Landkreises folgen. Nun, Jahre später, schien es endlich soweit zu sein – und dann kam alles anders: Die Fusion ist – zumindest vorerst – offenbar gescheitert.

Mit Spannung erwartet wurde das Abstimmungsergebnis zur bevorstehenden DRK-Hochzeit im Schwarzwald-Baar-Kreis. Am Montagabend sollten die beiden Kreisvorstände über das Ergebnis informiert werden. Doch dann teilte das DRK am späten Montagabend intern mit: Die „Fusion kommt nicht.“ Die geplante Fusion der DRK-Kreisverbände Villingen-Schwenningen und Donaueschingen werde aktuell nicht umgesetzt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Noch vor einem halben Jahr, am 3. Dezember, sah das ganz anders aus. Damals wurde eine so genannte „Absichtserklärung“ zur Fusion der beiden DRK-Kreisverbände Donaueschingen und Villingen-Schwenningen zu einem gemeinsamen DRK- Kreisverband Schwarzwald-Baar von den Delegierten verabschiedet und von den beiden Vorsitzenden Bernd Uphaus und Jürgen Roth bekannt gegeben. Im Sommer 2020 sollte die „Heirat“, rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres, durch die Abstimmung in einer Mitgliederversammlung vollzogen werden.

Aufgrund der Corona-Pandemie und der dadurch geltenden Einschränkungen, war lange Zeit ungewiss, ob die entscheidende Mitgliederversammlung am 14. Juli überhaupt wird stattfinden können. Aus diesem Grund hat sich die Vorstandschaft für eine schriftliche Beschlussfassung entschieden. Und es wurde entschieden. Aber offenbar anders als erwartet..

In der Kreisvorstandssitzung am Montag wurde durch die beiden Kreisvorsitzenden Jürgen Roth und Bernd Uphaus bekanntgegeben, dass die erforderliche Dreiviertel-Stimmenmehrheit zur Satzungsänderung seitens des Kreisverbandes Villingen-Schwenningen nicht erreicht werden konnte.

Die Vorstandschaft der beiden Kreisverbände wolle in den nächsten Monaten die Zeit nutzen, um im Gespräch zu bleiben, heißt es in der Mitteilung. Dort sollen die positiven Aspekte des Zusammenschlusses erläutert werden, um dann zu gegebener Zeit möglicherweise einen neuen Beschluss zu fassen.

Das Ziel der Fusion indes war klar: Es sollen Synergien genutzt werden, um neue Aufgabenfelder zu erschließen, Bürokratieabbau und Steigerung der Attraktivität, sowohl als Arbeitgeber als auch im Wettbewerb, waren die hehren Ziele - „und sind es noch“, steht in der Pressemitteilung. Doch solange die Mitglieder nicht in der erforderlichen Mehrheit Ja sagen, wird das wohl ein frommer Wunsch bleiben.

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade