Für Planer ein Traum, für Natur ein Alptraum

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 Das Bauvorhaben im Kurgebiet ist den Naturschützern des BUND ein heftiger Dorn im Auge.
Das Bauvorhaben im Kurgebiet ist den Naturschützern des BUND ein heftiger Dorn im Auge. (Foto: Eich)
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Der BUND lehnt das geplante Wohnbauvorhaben im Villinger Kurgebiet in der vorliegenden Form ab. Welche Gründe er dafür hat, das macht er in einer ausführlichen Stellungnahme öffentlich.

Eine Bürgeranhörung oder eine Informationsveranstaltung habe bisher nicht stattgefunden und könne daher nicht in eine sachgerechte Entscheidungsfindung der politisch Verantwortlichen einfließen. „Was verloren geht an Flora und Fauna, ist nicht hinreichend untersucht.“

Die Kritik: „Alles wird plattgemacht“

Die Bauplanung nehme wenig Rücksicht auf vorhandene Strukturen und Biotopelemente wie Hecken, Altbaumbestand oder Streuobstwiese. „Alles wird plattgemacht (,tabula rasa’): für den Planer ein Traum, für die Natur ein Alptraum.“ Die architektonische Ausgestaltung sei „Allerwelts-Standard“ und lasse nicht erkennen, dass man sich auf die besondere Lage und Umgebung eingestellt hat.

Für das weitere, ergebnisoffene Verfahren sollten nach Ansicht des BUND folgende Punkte und Vorschläge geprüft werden: Flächensparende, auch Sozialwohnungen und Mehr-Generations-Wohnen ermöglichende Reihenhausbauweise (zweistöckig), Plus-Energie-Bauweise mit Photovoltaik, Solarthermie oder Geothermie, Gründächer, autofreies Wohnumfeld, Kinderspielplatz und Quartiersgarage, Gestaltung einer an der Oberförster Ganter-Straße gelegenen „Mitte“ (Ausweitung) mit Bushaltestelle. Der BUND weist darauf hin, dass seniorenfreundliche Wohnungen große, wenig bewohnte Einfamilienhäuser (auch in der Nähe) freigemacht werden sollten für junge und kinderreiche Familien.

Im Interesse des Gemeinwohls und der Natur

Abschließend kommen die Naturschützer zu dem Schluss: „Einige Neubaugebiete sind in VS bereits in Planung und Umsetzung; weiterer Bedarf ist auf diesem Hintergrund zu analysieren, bevor weitere Flächen in Angriff genommen werden. Übrigens: Der BUND vertritt keine Einzelinteressen, sondern ist tätig im Interesse des Gemeinwohls, das Natur, Umwelt und nachhaltiger Lebensqualität Vorrang gibt vor kurzfristigen Interessen.“

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