Maximilian Kania von »Rethink Robotics« (von links) erklärt die Funktionen des Roboters »Sawyer« auf der Fachmesse Dreh- und Sp
Maximilian Kania von “Rethink Robotics„ (von links) erklärt die Funktionen des Roboters “Sawyer„ auf der Fachmesse Dreh- und Spantage Südwest der IHK-Präsidentin und Schirmherrin Birgit Hakenjos-Boyd sowie Landrat Sven Hinterseh und Villingen-Schwenningens OB Jürgen Roth. Messe-Pressesprecher Ulrich Cramer schaut ebenfalls interessiert zu. (Foto: Riesterer)
Fabian Riesterer

Die Fachmesse für Zerspanungstechnik Dreh- und Spantage (DST) Südwest ist am Mittwoch eröffnet worden. Drei Tage lang präsentieren sich nun auf dem Schwenninger Messegelände sämtliche Akteure aus dieser starken Branche der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Das Summen, Brummen und Piepen unzähliger Maschinen und Werkzeuge ist allgegenwärtig. Darunter mischt sich das Raunen menschlicher Stimmen, während an einigen Ständen in den Schwenninger Messehallen ein kurzes, stechendes Zischen hinzukommt. Alles begleitet von einarmigen Robotern, die den Besuchern vermeintlich erfreut zuwinken. Das ist der erste Eindruck, den Gäste der Drehund Spantage bekommen.

Dahinter steckt eine Fachmesse, die einen Schwerpunkt der regionalen Wirtschaft repräsentiert: 800 in der Branche tätige Betriebe sorgten dafür, dass rund um den Heuberg die „Weltspitze der Drehund Spantechnologie versammelt ist“, betonte OB Jürgen Roth. Die Aussteller und Gäste fänden hier alle relevanten Bereiche und Informationen an einem Ort, freute sich der OB und wünschte „viel Umsatz, dicke Auftragsbücher, neue Kontakte und eine spannende Zeit“.

Landrat Sven Hinterseh sprach die in seinen eigenen Bereich fallenden Aufgaben an, die zu einer starken Wirtschaft im Kreis beitragen. So müsse den Berufsschulen modernes Rüstzeug zur Hand gegeben werden. Dabei sprach er wie Roth (“ein optimales Nebenprodukt“) den Nutzen der Messe-eigenen Jobbörse an. Die Bedeutung geeigneter Fachkräfte betonte beim Messerundgang Helmut Müller, Geschäftsführer der Schwenninger Firma müga Werkzeugmaschinen. „Ich vergleiche das gerne mit einem Klavier“, erklärte er den Messe-Ehrengästen vor einer neuen CNC-Drehmaschine. Eine Fachkraft könne das Potenzial dieser Technik erst voll ausnutzen, „der Laie spielt hingegen nur Hänschen Klein.“

Birgit Hakenjos-Boyd sprach mit dem Systemwandel zur E-Mobilität in der Automobilbranche als wichtigen Kunden eine große Herausforderung der Zerspanung an. Als IHK-Präsidentin forderte sie hierbei mehr Technologieoffenheit, als brancheninterne Unternehmerin und Schirmherrin der Messe sehe sie die Region trotzdem gut aufgestellt. „Wir stellen uns den Herausforderungen und sind innovativ. Deshalb werden wir weiter vorne mitspielen„, so Hakenjos-Boyd. Eine weitere Herausforderung sehe sie in der Digitalisierung und Automatisierung im gesamten Fertigungsprozess, vor allem in Verbindung mit künstlicher Intelligenz. „Diese Maschinen lernen in Echtzeit, das verbraucht große Mengen an Daten.“ Deshalb müsse der Breitbandausbau vorangetrieben werden, ging der Blick der IHK-Präsidentin zu Landrat Hinterseh, der Investitionen in das Glasfasernetz angekündigt hatte.

Bei erwähntem, sich an die Grußworte anschließenden Rundgang, erzeugten etwa ein Dutzend der 169 Aussteller einen Eindruck von der Breite an Unternehmensspezialisierungen, die in der Zerspanungstechnik vorkommen. So stellten sich Maschinenbauer, Werkzeugbauer, Hersteller von 3D-Druckern oder in der Fertigung unterstützenden Robotern, Maschinenhändler oder eine Softwarefirma vor. Die DST – inklusive eines Vortragsprogramms im Fachforum – sind bis Freitag täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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