Eine Niederlage und ein Sieg in der Schweiz

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Heinz Wittmann

Die Schwenninger Wild Wings haben am Sonntag vor 2788 Zuschauern das Testspiel gegen den Schweizer A-Ligisten SC Rapperswil-Jona mit 5:4 (0:2, 3:1, 2:1) gewonnen. Beim Test gegen den EV Zug am Freitag unterlagen die Wildschwäne allerdings 0:3.

Wild-Wings-Trainer Paul Thompson hatte in der vergangenen Woche viel Unterzahlspiel üben lassen. Gutes „Penalty-killing“ werden die Wildschwäne diese Saison auch oft brauchen. Denn sie schlagen eine harte Gangart an und wandern deshalb häufiger als in der vergangenen Saison auf die Strafbank.

Im ersten Drittel kassierten die Schwenninger gestern nicht weniger als 30 Strafminuten plus zwei mal zehnminütige Disziplinarstrafen gegen Mike Blunden und Matt Carey. Die Schweizer setzten der Deutschen Härte Schnelligkeit entgegen. Und dies mit Erfolg.

Jan Mosimann brachte Rapperswil in der achten Minute in Front. Dann hatten die Gäste auch noch mit einem Pfostenschuss Pech. In der 14. Minute stellten die Lakers in Überzahl auf 0:2. Roman Schlagenhauf überwand Goalie Dustin Strahlmeier. Die Wild Wings hatten anschließend ein doppeltes Unterzahlspiel zu überstehen. Carey fuhr dennoch ein Break aber Keeper Noel Bader war auf dem Posten. Pech dann für den SERC Jamie MacQueen traf nur den Pfosten. Anschließend lieferten sich Carey und Mauro Dufner einen Faustkampf mit blanken Fäusten. Punktsieger wurde klar der Schwenninger.

Zu Beginn des zweiten Drittels schaffte MacQueen mit einem satten Schlagschuss das vermeintliche Anschlusstor. Die Schiris gaben das Tor aber nach Videobeweis nicht. Christopher Fischer traf dann aber nach Zuspiel von Alexander Weiß zum 1:2 (24.). In der 27. Minute glichen die Schwäne mit einem Traumtor aus. Dylan Yeo brachte einen Zuckerpass auf MacQueen, der ließ abprallen für Pat Cannone und der versenkte den Puck. Dann spielten zur Abwechslung die Schweizer wieder in Überzahl. Dominik Egli zog ab und Martin Ness fälschte unhaltbar für Strahlmeier ab.

In der 33. Minute dann wieder die Einheimischen im Powerplay. Eigengewächs schloss das feine Überzahlspiel mit dem 3:3 ab.

Zu Beginn des Schlussdrittels wieder Rapperswil mit einem Mann mehr auf dem Eis. Egli brachte die Gäste in Front. Doch die Wings glichen wieder aus. Blunden traf nach einem Traumzuspiel von Markus Poukkula ins Schwarze. Sekunden später gingen die Schwenninger erstmals in Führung. Goalie Bader schoss dabei einen Riesenbock, und Andreas Thuresson hatte keine Mühe, in den leeren Kasten zum Schwenninger 5:4-Sieg einzuschieben.

Statistik

Tore: 0:1 (8.) Mosimann, 0:2 (14.) Schlagenhauf. 1:2 24. Fischer (Weiß), 2:2 27 Cannone (MacQueen, Yeo), 2:3 (31.) Ness (Egli), 3:3 (33.) Herpich (Poukkula, Fischer). 3:4 (42.) Egli, 4:4 (55.) Blunden (Poukkula), 4:5 (55.) Thuresson. - Strafen: Schwenningen 42 plus zehn Minuten Disziplinarstrafen Blunden und Carey, Rapperswil 34 Minuten plus zehn Minunten Disziplinarstrafe Dufner. - Zuschauer: 2788.

Am Freitag erlitten die Wild Wings in ihrem vierten Testspiel die erste Niederlage. Der SERC verlor in Sursee vor nur 437 Zuschauern gegen den Schweizer Vizemeister EV Zug mit 0:3 (0:2, 0:0, 0:1).

Die Partie konnte nicht wie geplant um 19.45 Uhr beginnen, sondern fing erst mit einer 25-minütigen Verspätung an. Die Wild Wings hatten mit ihrem Bus für die 180 Kilometer von Schwenningen zum Spielort Sursee vier Stunden benötigt. Allerdings war der DEL-Klub auch etwas spät losgefahren, hatte er doch die Baustellen in der Schweiz und auch das Verkehrsaufkommen am Freitagnachmittag unterschätzt.

Trainer Paul Thompson war im Vorfeld von einer Fahrzeit von zwei Stunden ausgegangen. Sursee liegt am Sempacher See, 50 Kilometer von Zug entfernt. Beworben wurde die Partie EV Zug gegen Schwenninger Wild Wings in der Genossenschaft-Eishalle Sursee übrigens mit einem Plakat, das Weltklasse-Eishockey versprach. Nun davon waren zumindest die Wild Wings anfänglich weit entfernt.

Die Gedanken der Neckarstädter kreisten wohl noch auf der Autobahn, als der EVZ das 1:0 markierte. Dario Simion war auf Pass von Jan Kovar erfolgreich. Schwenningen kam nicht so richtig ins Spiel. Dann kassierten Mike Blunden auch noch zwei Strafminuten.

Ex-NHL-Star Raphael Diaz überwand Goalie Dustin Strahlmeier in Überzahl zum 2:0 (13.). Zum Schluss des ersten Drittels agierten die Deutschen in Überzahl. Jamie MacQueen scheiterte aber am Zuger Keeper Luca Hollenstein.

Zu Beginn des zweiten Drittels hatte SERC-Verteidiger Dylan Yeo mit einem Lattentreffer Pech. Die Wildschwäne waren jetzt aber endlich in der Partie richtig drin. MacQueen und Daniel Pfaffengut liefen auf den Zuger Goalie, Pfaffengut zögerte aber zu lange und die Chance war dahin. Anschließend scheiterte Alexander Weiß an Hollenstein.

In der 46. Minute sorgte der Schweizer Vizemeister und Pokalsieger für die Vorentscheidung. Die Schwenninger zogen zu viele Strafen. Es war erneut Simion, der im Powerplay ins Schwarze traf. Die 100 mitgereisten SERC-Fans ließen sich die gute Laune aber nicht verderben. MacQueen hatte noch einmal das Anschlusstor auf dem Schläger, schoss aber knapp daneben.

Dann erneut Strafe gegen die Schwäne, Pfaffengut musste in die Kühlbox. Dem Überzahlspiel der Zuger fehlte diesmal aber die letzte Konsequenz. Johan Morant und MacQueen gerieten schließlich noch aneinander und kassierten jeweils Spieldauerdisziplinarstrafen. Am Spielergebnis änderte sich aber nichts mehr.

Statistik

Tore: 1:0 (5.) Minute Simion (Kovar), 2:0 (13.) Diaz (Hofmann), 3:0 (46.) Simion (Alatala). - Strafen: Zug zehn plus Spieldauerdisziplinarstrafe Morant, Schwenningen 23 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe MacQueen. - Schiedsrichter: Mark Lemelin (USA) und Giancarlo Hendry (Schweiz). - Zuschauer: 437.

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