Sie werben am Antikriegstag lächelnd für den Frieden (von links): Peter Fischer, Martina Braun, Andreas Merz, Christa Lörcher,
Sie werben am Antikriegstag lächelnd für den Frieden (von links): Peter Fischer, Martina Braun, Andreas Merz, Christa Lörcher, York Töllner und Rupert Kubon. (Foto: Bombardi)
Rainer Bombardi

Das Gedenken an den Antikriegstag am 1. September ist 79 Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen aktueller denn je. Was damals den Beginn des Zweiten Weltkrieges eröffnete, findet heute mit den Straftaten in Chemnitz eine unrühmliche Fortsetzung.

Um derartige Auswüchse ein für alle Male zu verhindern, rief der Kreisverband Schwarzwald-Baar des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum wiederholten Male zur Teilnahme an einer Gedenkstunde auf dem Geschwister-Scholl-Platz in Villingen-Schwenningen auf. Friedenslieder von Christina Haigis und Stephan D. Weisser begleiteten die vom Kreisvorsitzenden Andreas Merz moderierte Gedenkstunde.

Die Kriege durch die Schaffung von geräuschlosen Instrumenten wieder akzeptabel machen zu wollen verurteilte Oberbürgermeister Rupert Kubon aufs Schärfste. In diesem Kontext bezeichnete er den vom amerikanischen Präsidenten ausgerufenen Handelskrieg als eine Vorstufe von nicht tolerierbarer Gewalt. Auch das Nichtstun wie im Falle der Flüchtlinge in den Schiffen vor den Küsten der Meere sei eine Form des Krieges, der von den Medien und den Menschen nur durch ständiges Wiederholen von Wahrheiten und ehrlichen Fakten beizukommen sei.

Die Landtagsabgeordnete Martina Braun rückte das Motto der Gedenkstunde „Nie wieder Krieg“ in den Fokus und erinnerte daran, dass der Tag in der einstigen DDR auch als Weltfriedenstag galt. Sie verurteilte die vom AfD-Bundestagsabgeordneten Marcus Frohnmeier proklamierte Selbstjustiz zu den Vorfällen in Chemnitz und rief auf, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass sich die Geschichte nicht weiderholt. Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als die Bosheit“, zitierte sie frei nach Dietrich Bonhoeffer und appellierte, rechte Strömungen mit Klugheit, Weisheit und Verstand zu entlarven. Auch warb sie dafür, dass die politisch Verantwortlichen die Bildung in verstärktem Maß wertschätzen.

Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Christa Lörcher erinnerte daran, dass der Verzicht auf nur einen Teil der Rüstungsausgaben weltweit viele finanzielle Probleme auf den Gebieten der Gesundheitspolitik und im Bildungsbereich lösen könnte. Auch Deutschland könne mit seinem Verzicht im Rüstungsbereich dafür sorgen, dass die Welt sicherer werde.

York Töllner, Mitglied der Landesarmutskonferenz, beleuchtete den Aspekt mangelnder sozialer Gerechtigkeit, ohne die ein innerer Frieden nicht herzustellen sei. „Wer in Armut lebt, ist politisch entmachtet“, forderte er ein Umdenken in der Politik. „Die braune Saat darf nicht aufgehen. Doch braunes Gedankengut verbreitet sich erschreckend schnell.“

Der DGB-Regionssekretär Peter Fischer warb dafür, sich mit Klugheit gegen Hetze, Naziparolen und Gewalt zu stellen. Veranstaltungen wie am Antikriegstag seien ein probates Mittel, um ein Zeichen gegen den Hass zu setzen, der von rechten Gruppierungen ausgehe.

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