Noch ist offen, wie es mit dem Namen beim EBM-Papst-Station weitergeht. Aktuell läuft der Vertrag noch.
Noch ist offen, wie es mit dem Namen beim EBM-Papst-Station weitergeht. Aktuell läuft der Vertrag noch. (Foto: Eich)
Marc Eich

Paukenschlag in der Sportszene der Doppelstadt: Das St. Georgener Unternehmen EBM-Papst zieht sich in Sachen Sponsoring aus VS zurück. Betroffen sind insbesondere die Schwenninger Wild Wings und der FC 08 Villingen.

Es ist kein einfaches Jahr für EBM-Papst, dem St. Georgener Hersteller von Ventilatoren und Motoren. Probleme im Automotive-Bereich haben voraussichtlich ein Verlustergebnis für das kommende Geschäftsjahr zur Folge. Und das hat auch Folgen für die Sportwelt in Villingen-Schwenningen. EBM-Papst bestätigt Informationen, wonach sich das Unternehmen beim Thema Sponsoring in der Doppelstadt zurückzieht. Es geht offenbar um jährlich sechsstellige Summen.

Der Maßnahmenkatalog sieht nach Angaben von Unternehmenssprecher Hauke Hannig „die Überprüfung und Reduzierung unserer Sponsoring- und Werbeaktivitäten „ vor. Denn: Der Fokus des Unternehmens liege klar darauf, „EBM-Papst St. Georgen wieder auf wirtschaftlichen Erfolgskurs zu bringen“. Auf Anfrage erklärt Hannig: „Es ist richtig, dass wir die Partnerschaft mit den Wild Wings gekündigt haben.“ Beim Eishockey-Erstligisten waren die St. Georgener – gemeinsam mit sieben weiteren Unternehmen – zuletzt als Hauptsponsor aktiv und haben einen gewichtigen Anteil des Etats beigesteuert. Auch bei den Fußballern des FC 08 Villingen stehen die Zeichen auf Abschied. 08-Präsident Leopold Grimm erklärt, dass der Vertrag mit dem Hauptsponsor zwar noch bis März 2019 laufen wird, man sei jedoch wohl nicht von den Maßnahmen des Unternehmens ausgenommen. „Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass der Vertrag verlängert wird.“

Der Oberligist, der noch den Sprung in die Regionalliga schaffen könnte, habe deshalb schon damit begonnen, sich nach weiteren Sponsoren umzuschauen. „EBM-Papst ist für uns ein guter Partner, auch der Stadion-Name hat ja gepasst“, bedauert Grimm die Entscheidung. Offen ist bislang zudem, wie es mit der Namensgebung für das Stadion im Friedengrund weiter geht – diese steht offenbar ebenfalls auf der Kippe.

Zwar erklärt Unternehmenssprecher Hannig, dass der Vertrag mit der Stadt noch drei Jahre laufen (Gesamtdauer zehn Jahre) und deshalb weiterhin Geld für die Infrastruktur fließen wird, doch angesichts der derzeitigen Ausrichtung seitens der Geschäftsführung rechnet momentan niemand damit, dass dieser verlängert wird. Keine Auswirkungen hat dies jedoch auf den Bau der geplanten VIP-Logen auf der Haupttribüne (Grimm: „Derzeit gibt es noch Abklärungsbedarf, bevor mit dem Bau begonnen werden kann“). Hierfür steht dem FC 08 Villingen, wie der Präsident erklärt, ein anderer Geldgeber zur Verfügung. Dieser wird die Kosten (rund 500 000 Euro) komplett übernehmen. Auch das Geld für den Umbau des Kabinentrakts, den die Stadt realisieren wird, ist sicher: Rund 80 000 Euro schießt EBM-Papst im Rahmen der Vereinbarung hierfür hinzu.

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