Sitzt bei der WM nicht einmal auf der Bank, sondern muss nach Hause fahren: Wild-Wings-Torwart Dustin Strahlmeier.
Sitzt bei der WM nicht einmal auf der Bank, sondern muss nach Hause fahren: Wild-Wings-Torwart Dustin Strahlmeier. (Foto: Heinz Wittmann)

Wie bitter ist das denn: Der Schwenninger Eishockey-Torwart Dustin Strahlmeier muss von der Weltmeisterschaft in der Slowakei wieder abreisen, weil NHL-Goalie Philipp Grubauer die Nationalmannschaft verstärkt.

Es kam wie so wie von unserer Zeitung spekuliert: Grubauer sagte dem Deutschen Eishockey-Bund nach dem Ausscheiden seiner Colorado Avalanche aus den Play-offs um den Stanley-Cup für die Weltmeisterschaft zu. Strahlmeier, der am Mittwoch schon mit der Nationalmannschaft in den Gruppenspielort Kosice, der im Osten der Slowakei liegt, flog, muss wieder abreisen. Bundestrainer Toni Söderholm hatte am Freitag aber vorsorglich Strahlmeier noch nicht für das WM-Turnier lizenziert, wohl aber die beiden anderen Keeper Matthias Niederberger (Düsseldorfer EG) und Niklas Treutle (Nürnberg Ice Tigers).

Söderholm hatte auf Grubauer gehofft und der sagte zu: „Wir bekommen einen Spieler, der in den vergangenen Monaten einer der besten Torhüter der NHL war. Er ist eine starke Persönlichkeit, die für unsere Kabine gut ist und die Mannschaft dadurch unterstützt.“ So musste Strahlmeier weichen.

Der Bundestrainer lobte dennoch den Schwenninger: „Dustin war seit Tag eins der Vorbereitung bei uns. Er hat eine starke Saison gespielt, gerade weil er oft unter Druck stand. Ich mag seine Arbeitseinstellung, er ist ein guter Typ und hat alles dafür getan, hier bei uns seine Möglichkeiten zu bekommen. Jetzt hat sich die Lage verändert, weil er nach Hause reisen muss, was sicherlich enttäuschend für ihn ist. Wir haben lange mit ihm darüber gesprochen und hoffen, dass er weiter angreift.“

„Klar bin ich enttäuscht, dass ich nicht bei der WM dabei bin. Aber ich wusste ja auch realistisch, wie die Situation war. Es war wahrscheinlich, dass Philipp Grubauer, sollte er mit seinem Verein aus den NHL-Play-offs ausscheiden, noch kommen würde und ich dann eben draußen wäre“, sagte Strahlmeier.

Nicht entmutigen lassen

Wild-Wings-Trainer Paul Thompson rief gleich bei seinem Torwart an, um ihn zu trösten. „Ich habe Dustin gesagt, dass er tolle Auftritte bei der Nationalmannschaft hatte. Er soll sich nicht entmutigen lassen und in der kommenden Saison wieder sein Bestes geben und eben dann versuchen, bei der WM dabei zu sein.“ Aus Sicht von Thompson ist der DEB nicht unfair mit Strahlmeier umgegangen. „Dustin wusste darüber Bescheid, dass es für ihn noch das Aus geben könnte.“ Indes, Thompson hätte, wäre er an der Stelle des Bundestrainers, Strahlmeier unter den ersten drei Torhütern gelassen. „Aber dazu zählt meine Meinung nicht“, so der Wild-Wings-Coach.

Für Strahlmeier gilt es nun, die Enttäuschung zu verdauen und in der kommenden Saison neu anzugreifen. Genau das hat der reaktionsschnelle Goalie auch vor. Am Samstag verfolgte er zusammen mit Stürmer Stefan Loibl von den Straubing Tigers, der für das Auftaktspiel nicht nominiert wurde, den 3:1-Sieg der DEB-Auswahl gegen Großbritannien von der Tribüne der Steel-Arena in Kosice. „Er war immerhin noch so gut gelaunt, dass er mir Fotos von lustigen britischen Fans geschickt hat“, so Thompson.

Der Schwenninger Übungsleiter, der das Spiel am Bildschirm verfolgte, meinte, dass sich seine Landsleute tapfer gegen Deutschland geschlagen haben. „Deutschland hat eine sehr starke Mannschaft. Großbritannien hat aber gut gekämpft, Torwart Ben Bowns hat stark gehalten.“ Was ist für die Briten, die zum ersten Mal seit 1994 wieder an einer A-Weltmeisterschaft dabei sind, drin? Thompson, der von 2006 bis 2011 Cheftrainer der britischen Nationalmannschaft war: „Ich denke, das Spiel gegen Deutschland hat der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben. Voraussichtlich geht es aber doch in erster Linie darum, den Klassenerhalt zu schaffen, möglicherweise ist dabei Frankreich unser großer Konkurrent.“ Deutschland traut Thompson hingegen durchaus das Viertelfinale zu.

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