DHBW-Rektor Ulrich Kotthaus (links) und Bundestagsmitglied Thorsten Frei.
DHBW-Rektor Ulrich Kotthaus (links) und Bundestagsmitglied Thorsten Frei. (Foto: Vollmer)

Der einstige Erfolg der Berufsakademien wird in Baden-Württemberg seit der Umwandlung 2009 zur Dualen Hochschule (DH) fortgeschrieben. An der Erfolgsgeschichte ist Villingen-Schwenningen mit seinem schönen Campus inklusive neuen und denkmalgeschützten Gebäuden seit mehr als vier Jahrzehnten beteiligt.

Seit April leitet Rektor Ulrich Kotthaus in Nachfolge von Jürgen Werner die Hochschule mit rund 2500 Studierenden und rund 950 Partnerunternehmen. Bundestagsmitglied Thorsten Frei (CDU) gratulierte dem neuen Rektor kürzlich bei einem Besuch zu dessen Wahl und informierte sich über die Entwicklungen an der DH, die derzeit nur eine Sorge hat: die Finanzierung des Betriebs. Der enorme Zulauf sei schön, doch die Finanzierung halte mit diesem nicht Schritt. „Frühere Berechnungen gingen davon aus, dass die Zahl der Studierenden ab 2020 abnehmen werde, neuere Prognosen gehen von stabil hohen Zahlen bis 2050 aus“, sagte Kotthaus.

Dieser Entwicklung sollte das Land Rechnung tragen, meinte der Rektor. Man sei bemüht, den Studierenden neue und den Entwicklungen angepasste Studienangebote zu machen, diese biete man auch an, etwa mit dem neuen Masterabschluss-Angebot sowie neuen zukunftsweisenden Bachelor-Studiengängen.

Doch finanziell seien diese trotz einer Aufstockung des Etats nicht mehr lange gedeckt, meinte Kotthaus. Diese 30-Prozent-Lücke könne nur durch Einsatz und Einsparungen einigermaßen ausgeglichen werden. „Geht die Entwicklung so weiter, sind wir in fünf Jahren pleite.“

Daran denkt Thorsten Frei nicht. „Für mich wäre wichtig, wenn die DH im Land weiter wachsen würde“, sagte er mit Blick auf den Fachkräftemangel in den Unternehmen, die ihren Angestellten das Studium finanzieren und auf deren Verbleib nach dem Abschluss setzen. Die Bleibequote liege bei über 85 Prozent, sagte Kotthaus. Für die Region wäre ein Ausbau der Dualen Hochschule enorm wichtig, denn 30 Prozent der Studierenden kommen aus den Kreisen Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar und somit aus hiesigen Unternehmen.

Die Studenten kommen aber aus dem ganzen Bundesgebiet oder gar aus der Schweiz. Frei empfiehlt Kotthaus, noch mehr Werbung für das inzwischen in anderen Bundesländern kopierte Hochschulmodell sowohl bei Landtags- als auch Bundestagsabgeordneten zu machen: „Lobbying ist in ihrer Lage sehr wichtig, damit klar wird, was sie hier eigentlich leisten.“

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