DJK Villingen besteht 100 Jahre

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 Die Fußballer der DJK Villingen im Jahr 1925 mit dem Vorsitzenden Albert Haas (von links): Schätzle, G. Weinmann, Franz Kornwac
Die Fußballer der DJK Villingen im Jahr 1925 mit dem Vorsitzenden Albert Haas (von links): Schätzle, G. Weinmann, Franz Kornwachs, Karl Schwarzwälder, Friedrich Kornwachs, Paul Schwarzwälder, R. Kornwachs, Ernst Münzer, Karl Weber, Georg Blank und Albert Haas. (Foto: Repro: Disch)
sbo und Martin Disch

Das 100-jährige Bestehen feiert die DJK Villingen. 1920 war auch in Villingen ein Verein entstanden, als sich bundesweit katholische Jugendorganisationen zum Sport zusammenschlossen. Geplant ist ein Festakt im Herbst.

Viele Bürger der Stadt können sich noch an das Jubiläumsfest zum 75-jährigen Bestehen der DJK Villingen im Jahre 1995 erinnern, als es auf dem Friedengrund ein zehntägiges Fest gab. Tausende von Besuchern strömten in das 2500 Menschen fassende Zelt. Im Rahmen der Festivitäten stand das Stadtpokalturnier der Fußballer an, und tausende von Sportlern aus allen DJK-Vereinen aus ganz Baden-Württemberg kamen am zweiten Festwochende nach Villingen zum siebten DJK-Landessportfest.

Neben den sportlichen Höhepunkten gab es ein allabendliches Programm. Da rockten Dr. Quincy and his Lemon Shakers, und über 2000 Besucher standen auf den Tischen, als die Kastelruther Spatzen ihre Hits trällerten. Die Sackkapelle und die Rentnerband waren damals die Vorbands. Auch Ministerpräsident Erwin Teufel weilte beim Unterhaltungsabend unter den Gästen. Über 300 Mitglieder arbeiteten im Vorfeld, aber auch an den Festtagen Tag und Nacht. Die DJK-Familie zeigte sich von ihrer besten Seite. Jede Abteilung half mit, und so wurde es ein unvergessliches Fest.

25 Jahre danach ist es aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich, ein solches Fest auf die Beine zu stellen, erklärt der Vorsitzende der DJK Villingen, Uli Junginger. Geplant sei ein Festakt mit der DJK-Familie im Herbst.

Das genaue Datum der Vereinsgründung lässt sich nicht mehr exakt zurückverfolgen. Doch sie steht eng mit dem Ereignis vom 15. September in Würzburg verbunden, als der Generalpräses Carl Mosters die Vertreter sämtlicher katholischer Jugendorganisationen zusammenrief, mit der Absicht, einen Verband zu gründen, um den Jugendlichen die Gelegenheit zum Sporttreiben zu bieten. Man nannte sich „Deutsche Jugendkraft – Reichsverband für Leibesübungen in katholischen Vereinen“.

Die DJK Villingen war in der Region der erste Verein, der bei einem Sportfest in Rottweil 1921 auch zum ersten Mal in Erscheinung trat. Der Maler Richard Faller leitete damals den Verein, der aus dem Kolpingwerk, dem katholischen Gesellenverein, zu dem noch der katholische Lehrlingsverein stieß, hervorgegangen ist. Schon bald wuchs der Wunsch, eine Fußballmannschaft zu gründen. Es gab schon einen Kolping-Fußballclub. Die erste Erwähnung einer Fußballabteilung in der örtlichen Zeitung ist am 29. August 1922 zu finden. In der Region gab es viele DJK-Vereine, die allesamt bis zum Zweiten Weltkrieg gegeneinander spielten. Schon 1923 errang die DJK Villingen den Bezirksmeistertitel gegen die DJK Rottweil mit 2:1-Toren, und auch die Pokalmeisterschaft ging nach Villingen. Natürlich spielte man auf Freundschaftsbasis gegen den FC 08 Villingen. 1924 verlor man im Pokal mit 0:1 bei der DJK Stuttgart. 1925 war das erste Spiel gegen die DJK Schwenningen.

1925 gehörten der ersten Mannschaft Josef Hog, Wilhelm Wöhrle, Georg Blank, Paul und Karl Schwarzwälder, Karl Weber, Johann Link, Franz Walser. Albert Haas, Ernst Münzer, Alois Gassner, Albert Weber, Johann Kleiner und Fritz Wehrle an. Im Jahr 1927, als die neue Südstadtkirche St. Fidelis Ende Juni eingeweiht wurde, übernahmen die DJKler den Fußballplatz des VFB Villingen. Immer mehr neue DKJ-Mannschaften wurden im Kreis gegründet. Teams gab es bald auch in Niedereschach, Kappel, Klengen, Weilersbach, Hochemmingen und Donaueschingen.

Die DJK wurde der drittgrößte Verein in Villingen und bot neben Fußball auch Wandern, Turnen, Skilauf, Leichtathletik und Handball an. Im Vereinslokal Chabesco gegenüber dem Gefängnis trafen sich die Aktiven und Anhänger. Man zählte 1930 schon 240 Mitglieder. Unterstützt wurde die DJK vom Gesellenverein und dem katholischen Arbeitnehmerverein.1933 bestritt die Elf das Endspiel um die badische DJK-Meisterschaft. Man unterlag der Kurpfalz Neckarau mit 2:1 Toren.

Als der Verein im Herbst 1933 seinen neuen Platz einweihte, der durch die Mithilfe vieler Mitglieder entstand, spielte man noch unter den neuen Machthabern. Doch zusehends machte sich die politische Veränderung messbar. Die DJK verschwand langsam aus der Öffentlichkeit und wurde 1935 verboten. Nach dem Krieg gab es schon bald Versuche, sie wiederzubeleben. Das dauerte jedoch noch einige Jahre. Erst 1953 wurde die DJK von 34 Interessierten wieder gegründet.

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