Rund ein Jahr nach dem Brand des Gebäudes der ehemaligen Uhrenfabrik Emes wird in den städtischen Gremien über dessen Zukunft e
Rund ein Jahr nach dem Brand des Gebäudes der ehemaligen Uhrenfabrik Emes wird in den städtischen Gremien über dessen Zukunft entschieden. Archivfoto: Pohl (Foto: Archiv: Pohl)
Michael Pohl

Ziemlich genau ein Jahr nach dem Brand der ehemaligen Uhrenfabrik Emes wird in den städtischen Gremien über die Zukunft des Areal entschieden. Den Auftakt macht der Technische Ausschuss kommende Woche.

Es ist unlängst bekannt, dass das ehemalige Firmenareal mittlerweile in Besitz der WI-Immogroup, einem Unternehmen aus Hildesheim, ist. Seit der Vorstellung des Nachnutzungskonzeptes im Dezember vergangenen Jahres ist es allerdings ruhig geworden um die Industriebrache. Klar ist, dass die WI-Immogroup eine Pflegeeinrichtung sowie Betreutes Wohnen auf dem Areal bauen möchte. Allerdings ist die Gestaltung des neuen Objektes an zahlreiche Faktoren geknöpft. Unter anderem aufgrund des Denkmalschutzes ist ein Abreißen des Bestands keine Option. Das geht aus der Vorlage für die Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstag, 17. Juli, hervor. Im Gegenteil: Das Eckgebäude, in dem im Juli 2017 das Feuer ausgebrochen war, muss laut Denkmalschutzbehörde wiederhergestellt werden.

Um alle wichtigen Aspekte wie Sanierung, Gestaltung oder Förderung abzustimmen, wurde für das Projekt unter Einbindung der Architektenkammer Baden-Württemberg ein Gestaltungsbeirat gegründet. Dieser tagte am 22. Mai in VS-Schwenningen mit städtischen Vertretern, Verantwortlichen des Landratsamtes und Landesdenkmalamtes, den Investoren sowie dem Ersten Bürgermeister Detlev Bührer. Die Ergebnisse dieses Treffens werden in einer Woche den Mitgliedern des Technischen Ausschusses vorgestellt. Der Gemeinderat soll dann am Mittwoch, 25. Juli, unter anderem über die Sanierung abstimmen.

Ergebnis der Tagung

Aus der Diskussion mit den Investoren ergaben sich unter anderem folgende Empfehlungen des Gestaltungsbeirates: „Im Strukturwandel der Innenstadt soll an einem ehemaligen Produktionsstandort der Uhrenindustrie ein Dienstleistungsbereich (Pflegeeinrichtung) und urbaner Wohnstandort entstehen“, heißt es in der Vorlage. Darüber hinaus soll das Eckgebäude der ehemaligen Firma im Zusammenspiel mit der Gartenschule als Referenzmaßstab für den geplanten Neubau in Volumen- und Höhenentwicklung dienen. Geprüft soll hingegen werden, ob statt geplanter Außenstellflächen nicht weitere Tiefgaragenplätze angelegt werden können.

Diese Ergebnisse wurden ergänzt durch Empfehlungen zur Gestaltung der Baukörper des geplanten Gebäudes. Hierzu zählen die Begrünung der Flachdächer, in den Baukörper integrierte Fluchttreppen und ein abgestimmtes Farb- und Materialkonzept. Auf Basis dieser Vorschläge haben die Investoren ihren Entwurf nochmals überarbeitet. Die neue Version ist Diskussionsgegenstand der anstehenden Sitzungen der städtischen Gremien. Wie der Sitzungsvorlage zu entnehmen ist, gibt es vonseiten des Gestaltungsbeirates allerdings noch weitere Kritikpunkte. So seien die Pläne zu dem denkmalgeschützten Eckgebäude noch nicht ausgearbeitet, die Integration der Fluchttreppenhäuser fehlt nach wie vor und auch die zu geringe Anzahl an Tiefgaragenstellplätzen bei gleichzeitiger Anordnung von acht offenen Stellplätzen im Innenbereich des Gebäudeblocks wird beanstandet.

Denkmalschutz bleibt

Das Amt für Denkmalschutz betont, dass das Gebäude auch nach dem Brand als Kulturdenkmal gilt. Deshalb sei weiterer Schaden abzuwenden und die Wiederherstellung in Angriff zu nehmen. Vor allem seien zeitnah die Löschwasser-Schäden zu beheben, um Schimmelpilzbefall unter dem Putz zu vermeiden. Für diese und weitere denkmalschutzbasierten Maßnahmen stellt das Landesdenkmalamt Zuschüsse in Aussicht. Die Instandsetzung soll laut Beschlussvorschlag-Vorlage zudem als erster Bauabschnitt beschlossen werden.

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