Die Werastraße steht seit 2016 im Fokus der Parkplatznot im Neckarstadtteil.
Die Werastraße steht seit 2016 im Fokus der Parkplatznot im Neckarstadtteil. (Foto: Kratt)
sbo und Mareike Kratt

Seit rund einem Jahr lockt die Neckarhalle regelmäßig mit Veranstaltungen – das hat auch Auswirkungen auf die Parksituation im Neckarstadtteil. Wie hat sie sich in den vergangenen Monaten verändert?

„Tagsüber ist die Situation mittlerweile relativ entspannt, dafür ist die Straße am Abend dicht“, berichtet Gabi Janetzki, Anwohnerin der Werastraße. Der tägliche Kampf um den Parkplatz vor der eigenen Haustür: Er ist nichts Neues mehr für die Neckarstädter. Seitdem der große, kostenlose Parkplatz am Neckartower – dort, wo jetzt die neue Veranstaltungshalle steht – im Herbst 2016 dem Erdboden gleichgemacht wurde, wird der gegenüberliegende Neckarstadtteil als Ausweichort benutzt.

Nach mehreren Vorstößen und offenen Briefen an Verwaltung und Gemeinderat wurden die Sorgen der Anwohner im Jahr 2018 erhört. Ein – wenn auch befristetes Anwohnerparken in bestimmten Bereichen der Werastraße – folgte. Die Hoffnung, diese Parkzeiten auch auf den gesamten Abend auszuweiten, die ebenfalls in einem Antrag der CDU-Fraktion aufgegriffen wurde, wurde jedoch bald im Keim erstickt. „In den vergangenen Monaten sind nur vereinzelt Hinweise von Anwohnern eingegangen, es ist ruhig geworden“, berichtet Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt VS. Die befristete Uhrzeit des Anwohnerparkens bis 19 Uhr habe sich vonseiten der Stadt bestätigt, diese auszuweiten, sei nicht notwendig. Wenngleich Brunner betont, dass der Verkehr sich gleichzeitig in die hinteren Straßen des Neckarstadtteils verlagert hätte, was folglich andere Anwohner zu spüren bekämen.

Anders empfindet es Bewohnerin Corinna Kulka: „Das Konzept ist nicht gut durchdacht. Ab 17 Uhr wird unter der Woche kräftig zugeparkt.“ Dies seien zum einen neue Anwohner. Denn mittlerweile seien viele Einfamilienhäuser saniert und an Studenten oder Wochenarbeiter vermietet. Der jeweilige Stellplatzschlüssel würde nicht mehr aufgehen. Auffällig seien in letzter Zeit vor allem DPD-Mitarbeiter, die ihren 7,5-Tonnenlaster – für das Wohngebiet eigentlich gar nicht zugelassen – dort abstellten. Zum anderen seien es aber auch Neckarhallen-Besucher am Abend. „Man merkt deutlich, wenn Veranstaltungen stattfinden“, sagt Kulka. Auch umherliegende Glasflaschen und Wildpinkler an Hauswänden und in Vorgärten zeugten immer wieder davon.

Während die Anwohner für ihren Ausweis 30 Euro im Jahr zahlen müssten, damit aber dennoch keine Garantie für einen Parkplatz vor der eigenen Haustür hätten, könnten Tagesstudenten oder Hallenbesucher quasi umsonst parken. „Eine Parkuhr für Nicht-Ausweisinhaber in der Straße zu installieren, wäre viel sinnvoller“, findet Corinna Kulka.

Bewusst ist Janetzki und Kulka, dass besonders der mittlere Straßenbereich, in dem beide wohnen, beliebt zum Parken ist. Dieser Abschnitt sei besonders nah zum Zentrum und zur Halle. „Irgendwas ist immer“, fasst Gabi Janetzki die Parksituation in den vergangenen dreieinhalb Jahren zusammen. „Durch die fortwährende Parkplatznot ist eine richtige Unruhe in der Straße entstanden. Dabei wollen wir hier einfach in Ruhe wohnen.“

Corinna Kulka verweist indes auf die beiden neu geschaffenen Stellplätze links und rechts neben der Neckarhalle. Vor allem der rechte Platz, der nur bei Bedarf bei Veranstaltungen geöffnet wird, sei eine “verlorene Fläche“. Der große, nördlich gelegene Parkplatz, der mit einem Parkscheinautomaten ausgestattet ist, werde vor allem abends gut angenommen, weiß indes Pressesprecherin Oxana Brunner. Auch tagsüber sei die Fläche nutzbar, aber bewirtschaftet. Der kleinere, südlich gelegene Parkplatz sei „baurechtlich gefordert und öffentlich gewidmet“, er müsse bei Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Derzeit ist der Platz noch abgeriegelt mit dem Hinweis „Besucher der Neckarhalle frei“, für das laufende Jahr sei aber eine Schrankenanlage geplant. Hierfür werde die Einführung eines Kulturtarifs überlegt, ähnlich wie beim Parkplatz am Villinger Theater am Ring. „Inwieweit eine Bewirtschaftung auch außerhalb der Veranstaltungszeiten infrage kommt, muss noch geklärt werden“, fügt Pressesprecherin Oxana Brunner hinzu.

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