Michael Pohl

Seit Dienstag laufen die Sanierungsarbeiten der Neckarbrücke in VS-Schwenningen, die im Laufe des Jahres komplett erneuert wird. Die Straßensperrung hatte massive Auswirkungen auf den Verkehr rund um das Industriegebiet Ost sowie in Rammelswiesen.

Die Absperrungen in der Lupfenstraße stehen und in kurzen Abständen immer wieder Autos vor ihnen. Trotz der Umleitungsschilder fahren viele Verkehrsteilnehmer am Dienstag schnurstracks auf die Baustelle zu – die meisten aus Gewohnheit. „Eine unserer Hauptaufgaben war es heute, den Autofahrern zu erklären, weshalb sie umdrehen müssen“, sagte Nico Franke von der Firma Storz aus Donaueschingen, der gemeinsam mit einem Kollegen die Baustelle am Dienstag eingerichtet hat. Dabei seien nicht alle so verständnisvoll gewesen. „Der eine oder andere hat auch ganz schön gemeckert“, erzählt Franke, der in diesen Fällen als Sündenbock herhalten muss.

Allerdings tun die Verkehrsteilnehmer gut daran, sich an die Umwege in und aus Richtung Rammelswiesen zu gewöhnen. Denn nach Informationen der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen wird die Baustelle an der Lupfenstraße bis November bestehen bleiben. Einfach wird das jedoch nicht, wie schon am Dienstag zu spüren war. Wie Nico Franke berichtet, würden an diesem Knotenpunkt täglich 2000 Lastwagen fahren. Diese müssen nun über die Rottweiler Straße und anschließend über die Neuffenstraße in Richtung Rammelswiesen fahren. Die Auswirkungen waren offensichtlich: Die Rottweiler Straße in Richtung Stadtmitte war nahezu kontinuierlich verstopft, selbst im Kreisverkehr im Kreuzungsbereich Rottweiler-, Lupfenstraße und Steinkirchring standen die Autos dicht an dicht und blockierten so selbst stadtauswärts fahrende Autos. Es war Schritttempo angesagt.

Ein weiteres Problem sind die Ampelphasen für Linksabbieger an der Neuffenstraße. Diese sind derart knapp bemessen, dass bei mehr als drei Autos oder vor allem den vermehrt fahrenden Lastwagen ein enormer Rückstau entsteht. Zur Stoßzeit um 17 Uhr staute sich der Verkehr am Dienstag sogar bis zur Abfahrt von der Bundesstraße 27 bei Mühlhausen. „Innerhalb der kommenden sieben bis acht Wochen reißen wir die Straße auf, legen die Versorgungsleitungen frei und verlegen diese anschließend neu“, erklärt der junge Storz-Mitarbeiter. Dabei handele es sich um Telefon- und Internetkabel, die sowohl durch die Straße als auch unter der Brücke hindurch führen. „Damit bei den Abbrucharbeiten nichts beschädigt wird, legen wir alle Leitungen frei. Zudem werden diese erneuert“, schildert Franke den Ablauf der kommenden Wochen. Die Firmen ringsum müssten jedoch keine Sorgen haben, denn die Telefon- und Internetanschlüsse würden durchgehend gewährleistet sein, versicherte Franke.

Den darauffolgenden Abriss der Neckarbrücke wird ebenfalls die Firma Storz mit Hauptsitz in Tuttlingen übernehmen, „dann allerdings die Kollegen der Niederlassung Titisee-Neustadt“, gibt Franke einen Ausblick. Nach Angaben der Stadtverwaltung kostet der Neubau der Brücke 650 000 Euro.

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