Diesen Weg wird der ehemalige Kassierer des Sonnenbädles nicht mehr beschreiten: Er wird sich am kommenden Mittwoch vor Gericht
Diesen Weg wird der ehemalige Kassierer des Sonnenbädles nicht mehr beschreiten: Er wird sich am kommenden Mittwoch vor Gericht wegen Untreue in 47 Fällen verantworten müssen – so lautet zumindest die Anklage. (Foto: Pohl)
Michael Pohl

Die Verantwortlichen der Abteilung Sonnenbädle des Naturheilvereins hatten 2016 ihren damaligen Kassierer der Veruntreuung beschuldigt und ihn von seinen Aufgaben entbunden. Die erfolgte Strafanzeige wird am kommenden Mittwoch nun vor dem Amtsgericht verhandelt.

Laut der Anklageschrift wird dem Beschuldigten „Untreue in 47 Fällen“ zur Last gelegt, wie Daniel Boehm, Sprecher des Amtsgerichts Villingen-Schwenningen, erklärt. Der Angeklagte soll demnach im Jahr 2016 eine Gesamtsumme von rund 3250 Euro veruntreut haben. Darunter seien 25 Bargeldabhebungen zwischen fünf und 500 Euro sowie 22 abgerechnete Materialkäufe. „Die Verhandlung wird aber zeigen, ob jeder einzelne Fall tatsächlich als Untreue gewertet werden kann“, erläutert Boehm. Denn auf der langen Liste stünden unter anderem Dinge wie Kraftstoff, Betonsteine und Schirmständer oder auch Flyer und Plakate. „Es kann ja sein, dass das Sonnenbädle ein Fest gemacht hat, wofür diese Dinge gedruckt wurden“, beleuchtet der Gerichtssprecher die Details.

Von Kraftstoff bis zum Motorradkoffer

Andererseits sind laut Böhm aber auch ein Comfort-Telefon im Wert von 42 Euro, Zigaretten und ein Motorradkoffer abgerechnet worden. „Diese Dinge erwecken auf den ersten Blick nicht den Eindruck, als seien sie für den Betrieb des Bades notwendig“, schildert Böhm seinen Eindruck.

Wie im März 2017 berichtete, hatten die Vereinverantwortlichen ihren Kassierer bereits im Oktober 2016 von seinen Aufgaben entbunden und ihm darüber hinaus noch ein Hausverbot für das gesamte Gelände „Im Gürgele“ erteilt. Die Empörung innerhalb des Vereins und vor allem im Vorstand war damals groß. So zeigte sich der Vorsitzende des Naturheilvereins und zugleich Abteilungsvorsitzender des Sonnenbädles, Uwe Schondelmaier, nach einigen Vorstandssitzungen verärgert: „Wir kämpfen jedes Jahr aufs Neue um unsere Existenz, jeder Cent zählt – und jetzt so etwas“, sagte Schondelmaier im März vergangenen Jahres.

Eine öffentliche Stellungnahme hatte der Beschuldigte nicht abgegeben und begründete dies damit, dass er „die Vorwürfe aus der Welt schaffen will“. Sechs Zeugen sind zur Verhandlung geladen Dies ist ihm bislang offenbar aber nicht gelungen, nachdem die Strafsache nun am Mittwoch, 11. April, ab 13.15 Uhr vor dem Amtsgericht Villingen-Schwenningen verhandelt wird. Leitender Richter wird Christian Bäumler sein, zudem wird vor einem Schöffengericht verhandelt. Laut Mitteilung des Gerichts sind sechs Zeugen geladen. (sbo)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen