Für den Ausbau des VIP-Bereichs will die Stadt eine Millionen Euro in die Hand nehmen.
Für den Ausbau des VIP-Bereichs will die Stadt eine Millionen Euro in die Hand nehmen. (Foto: Archiv: Pohl)
sbo und Cornelia Spitz

Die Stadträte von Villingen-Schwenningen haben dem Ausbau des VIP-Bereichs in der Helios-Arena und dem damit einhergehendem Verlust von 1000 Plätzen in nichtöffentlicher Sitzung ihren Segen gegeben. Und mehr noch: Die Doppelstadt soll nach Informationen unserer Zeitung dafür rund eine Million Euro in die Hand nehmen.

Vom Ausbau des VIP-Bereichs bei den Wild Wings in Schwenningen war schon lange die Rede.

Paukenschlag für die Fan-Szene

Ein Paukenschlag in der Fan-Szene allerdings war es, als Geschäftsführer Michael Werner vor rund zwei Wochen in einer Presseerklärung der Wild Wings erläuterte, was damit einher gehen soll, nämlich: Der Verlust von knapp 1800 Stehplätzen, damit 800 zusätzliche Sitzplätze entstehen können.

In nichtöffentlicher Sitzung nahm sich der Gemeinderat am Mittwoch dem Thema an. Was sie beschlossen hatten, wollte Oberbürgermeister Jürgen Roth am Mittwochabend auch danach in öffentlicher Sitzung noch nicht mitteilen und verwies auf die nächste Sitzung des Gemeinderates nach der Sommerpause im September.

Dabei soll die Diskussion hinter verschlossenen Türen gar nicht groß kontrovers gewesen sein. Die Wild Wings haben offenbar eine gute Lobby und hatten ihre Schäfchen schnell und nach Informationen unserer Zeitung weitgehend einmütig im Trockenen: Das Gros des Gemeinderates soll demnach grünes Licht für die Umbaupläne gegeben haben.

Und nicht nur das: Neben den Wild Wings, die zusätzlich zu den Investoren tief in die Tasche greifen, soll sich auch die Stadt Villingen-Schwenningen die Maßnahme einiges kosten lassen. Die Rede war von einem Zuschuss in Höhe von rund einer Million Euro.

Was man sich davon verspricht? Ein Ausbau der Sitzplätze könnte, so hofft man, noch viel mehr Veranstaltungen als nur jenen der Wild Wings auf dem Eis nutzen. Der Umbau soll die Schwenninger Arena auch auf dem Weg zur Multifunktionshalle für Großveranstaltungen im kulturellen Bereich voranbringen.

Klaus Hässler, Geschäftsführer der Kunsteisbahn, stand den Stadträten am Mittwoch in der Neckarhalle Rede und Antwort. Die, vielfachen und mittlerweile schon langjährigen, aber trotzdem noch nicht sonderlich erfolgreichen Bemühungen, die Helios-Arena als Multifunktionshalle für kulturelle Großveranstaltungen mit Stars und Sternchen in dem Vakuum zwischen Freiburg und Stuttgart zu etablieren, sind nur ein Baustein. Und zudem ein Kleiner. Die Hauptsache ist und bleibt die Deutsche Eishockey Liga.

Stars sollen in die Arena kommen

Dennoch hat man beispielsweise 2013 in einen Abdeckboden, der für kulturelle Events wie Konzerte oder Comedy über das Eis gelegt werden kann, ordentlich investiert, und auch sonst kaum Mühen gescheut, die Eis-Arena zur heißen Location zu machen.

Ausgezahlt haben sich diese Bemühungen jedoch bis dato aber noch nicht allzu reichlich, zumal der Eventkalender in der Arena ins Stocken geraten ist.

Kaum waren die anfangs aufgetretenen Kinderkrankheiten ausgemerzt, machten sich nach kurzer Event-Phase auch schon die Baustellen breit.

Die nächste jedoch soll die Helios-Arena weiter bringen: Und zwar soll ein besser ausgestatteter VIP-Bereich helfen, Stars und Sternchen nach VS zu locken – auch wenn Insider der Veranstaltungsbranche befürchten, die VS-Schwenninger Arena könne für die ganz Großen zu klein und für die Kleinen zu groß sein.

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