Am Messestand der Firma SW aus Waldmössingen können Besucher gleich mal bei einem Quiz ihre Fertigkeiten als Mechatroniker test
Am Messestand der Firma SW aus Waldmössingen können Besucher gleich mal bei einem Quiz ihre Fertigkeiten als Mechatroniker testen. (Foto: Parage)
Verena Parage

Die Firmen können zufrieden sein: Am Freitag herrscht an vielen Messeständen ein großer Andrang. Die „Jobs for Future“ punktet mit vielen Infos und kurzen Wegen. Das wissen die Besucher zu schätzen.

„Landschaftsgärtner verändern die Welt“ ist am Messestand des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg zu lesen. Ein Mitarbeiter verlegt dort gerade mithilfe einer Wasserwaage Pflastersteine. Die 298 Aussteller sind kreativ, wenn es darum geht, einen Hingucker zu schaffen. Am Freitag werden die Bemühungen belohnt: Es brummt bei der „Jobs for Future“. An den Ständen und in den Gängen der vier Messehallen wird es manches Mal eng.

Allerdings ist der Andrang nicht überall gleich groß. Und nicht alle Stände ziehen das typische Messeklientel, Jugendliche kurz vorm Schulabschluss, an. So ist das etwa bei der Alpenland GmbH, die in Schwenningen das Haus der Betreuung und Pflege Am Deutenberg betreibt. „Es kommen viele, die nach einer Weiterbildung schauen“, erklärt Vanessa Bornschlägl. Beispielsweise Hausfrauen, die sich beim beruflichen Wiedereinstieg umorientieren wollen. Für sie ist die einjährige Pflegehelferausbildung eine gute Möglichkeit. Mit der Messepräsenz will das Unternehmen auch Hemmschwellen abbauen. Denn die Altenpflege trage eben einen gewissen Stempel, meint Kristina Pilz. Dieses Bild geradezurücken, dazu soll die Messe-Teilnahme beitragen.

Firmen aus der Metallindustrie haben es da leichter: Sie ziehen viele Besucher an, vor allem Jungs. Auch bei SW (Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH) aus Schramberg-Waldmössingen ist das so. Das Unternehmen bildet zum Beispiel Industrie- und Zerspanungsmechaniker oder Mechatroniker aus. Ausbilder Frank Aberle beobachtet, dass so langsam auch Mädchen auf den Geschmack kommen und feststellen, dass die Industrie zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten bietet. Zwei Industriemechanikerinnen haben im vergangenen Jahr ihre Lehre begonnen – eine war zuvor Arzthelferin.

Für die Gastronomie ist es schwieriger, Nachwuchs zu finden. Auch deshalb ist Roman Kienzler vom Hotel Kaisers Tanne in Breitnau auf der „Jobs for Future“ vertreten. Als Hotelier müsse man rausgehen und Personal akquirieren, sagt er. „Diesen Beruf muss man einfach wollen.“ Denn wer als Restaurantfachmann oder Koch arbeitet, der muss schon mal an Weihnachten arbeiten, auch als Azubi. Trotzdem will Kienzler mit Vorurteilen aufräumen: Auch seine Kollegen hätten einen Acht-Stunden-Tag und zwei freie Tage pro Woche, genau wie in anderen Branchen.

Noch geregelter dürfte es in Finanzhäusern zugehen. Am Stand der Sparda-Bank informieren sich gerade fünf Jungs über den Beruf des Bankkaufmanns. „Ich interessiere mich für Banken und das Schaffen mit Zahlen“, erklärt einer von ihnen. Deshalb nutzt er die Chance, sich auf der Messe nach Praktikumsmöglichkeiten zu erkundigen. Der Gymnasiast weiß schon recht genau, was er will.

So geht es auch vielen, die an den Stand der Dualen Hochschule (DHBW) kommen. „Es läuft ganz gut“, berichtet Anita Peter, allgemeine Studienberatung. Die meisten Besucher hätten bereits eine Vorstellung davon, was ein duales Studium ist. Gerade Eltern-Kind-Gespanne, die den Messestand besuchen, sind gut informiert, ergänzt Professor Anton Schweizer. Dazu kommen Jugendliche, die bei einer Firma auf einen interessanten Studiengang in Zusammenarbeit mit der DHBW gestoßen sind – etwa Technical Management. Sie gehen vom Unternehmensstand dann gleich noch zu dem der Hochschule, um sich auch dort zu informieren. Das verdeutlicht eine der großen Stärken der „Jobs for Future“: Die Wege sind kurz und die Informationen gebündelt.

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