Ist hier so oft wie kaum ein anderer Schwenninger Spieler anzutreffen: David Cerny im Kraftraum der Helios-Arena.
Ist hier so oft wie kaum ein anderer Schwenninger Spieler anzutreffen: David Cerny im Kraftraum der Helios-Arena. (Foto: Heinz Wittmann)
Heinz Wittmann

„Nur noch vier“, sagten sich Dauerkartenbesitzer der Wild Wings. Vier Heimspiele haben die Schwäne in dieser Saison in der Deutschen Eishockey-Liga noch zu bestreiten. Auswärts sind es noch sechs und da läuft es noch schlechter.

Bei der jüngsten 1:2-Heimniederlage gegen die Düsseldorfer EG nahmen es die Fans in der Kurve mit Humor und feierten sich selbst. Und auch so manch Schwenninger Dauerkarteninhaber sah die Sache mit Sarkasmus. Bezahlt hat er ja das Saisonticket und deshalb kommt ihm nicht in den Sinn, nicht mehr zu den Spielen zu gehen. „Noch vier Spiele dann haben wir es überstanden“, hörte man nach der Partie gegen Düsseldorf langjährige Dauerkarteninhaber sagen.

So ziemlich einziger Lichtblick der Partie war außer dem starken Torwart Dustin Strahlmeier Stürmer David Cerny. Der Spieler der U20 Wild Wings Future konnte bei seinem DEL-Debüt voll überzeugen. Schnell, doch nicht nur läuferisch stark, sondern auch körperlich robust mischte der 19-Jährige voll mit. Gegen Düsseldorf besaß er die erste echte Schwenninger Chance, und hätte die Wild Wings beinahe in Führung gebracht, Nationaltorwart Mathias Niederberger war aber bei seinem Rückhandschuss auf dem Posten. Bedauern gab es allerdings bei den Medienvertretern, dass Cerny nach der Partie nicht einmal zu einem kurzen Statement zur Verfügung stand. „Manager Jürgen Rumrich hat verboten, dass David spricht“, erklärte Athletiktrainer Hendrik Kolbert.

Der junge Mann, der erst vor wenigen Wochen den deutschen Pass bekam und der von einer guten läuferischen Ausbildung in der Tschechischen Republik profitiert, sollte sich ganz auf die beiden DNL III-Spitzenspiele der Young Wings gegen den EV Ravensburg konzentrieren. Schwenningen gewann beide Begegnungen (Ergebnisse 6:4 und 9:3). Bei der zweiten Partie steuerte Cerny zwei Treffer zu. Er ist mit 77 Punkten (40 Tore/37 Assists) aus 24 Spielen Topscorer der DNL III.

„Das war ein super Debüt von David. Ich habe im Training seine Qualität gesehen. Er ist groß, ein guter Schlittschuhläufer“, so Wild-Wings-Trainer Niklas Sundblad. Mit Boaz Bassen haben die Wild Wings ja bereits einen zweiten jungen Mann, der aus der Schwenninger U20 stammt. Allerdings wuchs auch er wie Cerny in einem typischen Eishockeyland auf. Bassen sogar im Mutterland des schnellsten Mannschaftssport der Welt, Kanada. „Wir sind stolz, dass nach Boaz mit David nun ein zweiter Spieler aus unserem Nachwuchs es zu den Wild Wings geschafft hat“, sagt SERC-Nachwuchscheftrainer Wayne Hynes. Seit zwei Jahren ist Cerny in Schwenningen. „Ich bin ein Fan von ihm. Ich arbeite hart mit ihm. Er ist aber einer, der auch das annimmt, was man ihm sagt“, freut sich Ex-Nationalstürmer Hynes.

„Cerny hat sein enormes Potential aufblitzen lassen. Er hat sich sofort auf dem Eis zurechtgefunden und sich glänzend in die Mannschaft integriert“, urteilte der Schwenninger „Spieler des Jahrhunderts“ Matthias Hoppe über das Debüt des Youngsters. Linksschütze Cerny wird zu weiteren Auftritten bei den Wild Wings kommen. Aber auch die Stürmer Tom Berlin und Alexander Komov aus der U20 werden bei den Profis mittrainieren. Hynes: „Ich sage nicht, dass Tom und Alexander schon für die DEL bereit sind, aber sie können sich auf jeden Fall durch das Training bei den Wild Wings verbessern.“

Sundblad wird beiden möglicherweise sogar eine Chance in einem DEL-Spiel geben. Warum auch nicht? Schlechter als beim blutleeren Auftritt der Schwäne bei der 1:5-Niederlage am Sonntag in Straubing könnten sie es auch nicht machen. Auswärts haben die Schwenninger jetzt von 60 möglichen Punkten bislang gerade sieben geholt. Sie fuhren nur einen Dreier ein und der ist bald ein halbes Jahr her, am 20. September siegte der SERC in Iserlohn mit 4:1.

Unterdessen überzeugte Simon Danner bei seinen ersten Einsätzen für seinen Heimatklub Freiburger Wölfe in der DEL II. Der 33-Jährige lief in der zweiten Sturmreihe mit Cam Spiro und dem Ex-Schwenninger Nikolas Linsenmaier auf. Bei der 4:5-Niederlage nach Verlängerung gegen Heilbronn erzielte er ein Tor und gab eine Vorlage. Am Sonntag gewannen die Wölfe in Bietigheim durch ein Tor von Tobias Kunz 1:0.

„Ich wurde von der Freiburger Mannschaft super aufgenommen“, sagte Danner unserer Zeitung. Ab der kommenden Saison soll der Allrounder übrigens bei den Wölfen in der Verteidigung eingesetzt werden. Am Montag hatten die Wild Wings trainingsfrei. Am Dienstag fand im Kraftraum der Helios-Arena ein Fitnesstest statt. Am Mittwoch wird auf dem Eis trainiert. Dann haben die Spieler vier Tage frei.

Der Perspektivkader der deutschen Nationalmannschaft absolviert am Donnerstag, 6. Februar, in Herisau und tags darauf in Olten Testspiele gegen die Schweiz. Von den Wild Wings wurde aber niemand für die Spiele von Bundstrainer Toni Söderholm nominiert. Die nächste Partie bestreiten die Wild Wings am Freitag, 14. Februar, zu Hause gegen die Kölner Haie. Dort kann dann möglicherweise auch Stürmer Andreas Thuresson nach überstandener Gehirnerschütterung wieder mitwirken.

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