Das Onkologie-Team des Schwarzwald-Baar Klinikums hat eine Bitte an die Bürger.
Das Onkologie-Team des Schwarzwald-Baar Klinikums hat eine Bitte an die Bürger. (Foto: Klinikum)
sbo und Marc Eich

Weitere Einschränkungen müssen die Menschen aufgrund der Corona-Krise in der Doppelstadt hinnehmen. Denn ab Samstag gilt landesweit: Restaurants und Cafés müssen schließen, Essen zum Mitnehmen und auf Bestellung bleibt aber weiterhin möglich. Zudem sind Gruppenbildungen ab drei Personen nicht mehr erlaubt. Eine Ausgangssperre wird damit noch nicht durchgesetzt.

Doch manche Doppelstädter wünschen sich gar noch drastischere Restriktionen, um die Ausbreitung des Virus noch schneller zu unterbringen. „Der Virus ist unterwegs auf der Straße und kann überall sein“, machte beispielsweise Klinik-Sprecherin Sandra Adams im Rahmen einer Pressekonferenz deutlich. Auch das Onkologie-Team schickte die Bitte, dass alle in ihren eigenen vier Wänden bleiben, mit einem Bild durch die sozialen Netzwerke – auch, um Immungeschwächte Patienten zu schützen. Umso verstörender wirken Szenen, die auch nach dem verschärften Verordnung ab Mittwoch noch in Villingen-Schwenningen zu sehen waren: teilweise gut gefüllten Cafés, belebten Spielplätzen und Grüppchen, die sich auf öffentlichen Plätzen treffen.

Deshalb werden Facebook-Nutzer aus Villingen-Schwenningen zum Teil sehr deutlich. „Bitte ein Ausgangsverbot erlassen! Wenn ich sehe, dass sich viele zum gemütlichen Plausch treffen – ob auf Balkonen oder in Wohnungen – ihre Kinder zum Spieldate vorbeibringen oder in ,Wandergruppen’ eng an eng durch die Straßen und mittlerweile auch den Wald ziehen, dann kann es nur noch hochgehen. Das ,Urlaubsgefühl’ muss noch stärker unterbunden werden, sonst nimmt das kein Ende!“, kommentiert eine Nutzerin die derzeitige Situation.

Oxana Brunner, Pressesprecherin der Stadt VS, war es deshalb auch ein Anliegen zu betonen: Ein Verstoß gegen die Landesverordnung ist eine Straftat und wird mit einer Geldstrafe oder gar Gefängnis bestraft. Das gilt beispielsweise für die Benutzung von Spiel- und Bolzplätzen in der Stadt. Am Wochenende haben 50 Mitarbeiter der Stadt Villingen-Schwenningen, in Zusammenarbeit mit der Polizei, Gaststätten, Geschäfte sowie öffentliche Plätze kontrolliert, wie Brunner erklärt.

Ab Montag wird zusätzlich ein Sicherheitsdienst auf Spielplätzen, Schulhöfen und ähnlichem eingesetzt. „Es ist wichtig, dass die Menschen den Ernst der Lage begreifen, wir befinden uns in einer Krisensituation, die es so noch nie gab“, erklärt Brunner.

Eine weitere Bürgerin pflichtet ihr bei: „Es macht mir doch echt Angst, wenn ich sehe, was draußen so los ist – ich geh aktuell wirklich nur noch vom Haus ins Auto, vom Auto ins Büro und abends das selbe Spiel zurück! Leute, merkt es endlich! Wenn sich keiner an diese ganzen Regeln hält, dann wird es nicht gelingen, die Zahl der Infektionen zu minimieren.“ Sie appelliert dabei auch an die jungen Menschen, die teilweise noch zusammen die „Freizeit“ genießen: „An alle Schüler: Ihr habt keine Ferien! Ihr könnt euch nicht draußen in Gruppen treffen und so tun als wär nix! Wacht endlich auf! Die Lage ist ernst! Bleibt verdammt noch mal zuhause, wenn es irgendwie machbar ist – nur wenn sich jeder einzelne von uns daran hält, können wir diese Krise bewältigen!“

Adams betont in diesem Zusammenhang, dass es ein Irrglaube sei, junge Menschen würde das Virus nichts ausmachen. „Es gibt Verläufe, bei denen junge Menschen ebenfalls auf der Intensivstation und ernsthaft erkrankt sind“, macht die Kliniksprecherin deutlich.

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