Dsa Heilig-Geist-Spital wird aufgegeben.
Dsa Heilig-Geist-Spital wird aufgegeben. (Foto: Eich)
Sabine Streck

Nach 41 Jahren wird das Heilig-Geist-Spital in Villingen bald nur noch Geschichte sein. Wie Geschäftsführer Günter Reichert mitteilte, wird der Standort als Pflegeheim in Absprache mit der Heimaufsicht aufgegeben.

Diesen Beschluss fasste der Stiftungsrat des Spitalfonds, in dessen Eigentum das Pflegeheim in der Schertlestraße steht. Die Nutzungserlaubnis erlischt am 31. August laut Landesbauverordnung. Die besagt, dass in Pflegeheimen, die älter als 25 Jahre sind, bis zu diesem Datum das Wohngruppenkonzept umgesetzt werden müsse. Das Heilig-Geist-Spital, in dem jetzt noch 78 Bewohner leben, wurde im Jahr 1978 gebaut und galt damals als eines der modernsten Häuser mit seiner zukunftsträchtigen Architektur. Diese Zeiten sind längst vorbei. Schon seit geraumer Zeit sind Überlegungen im Gange, das Haus zu sanieren oder aufzugeben.

Mit dem Neubau am Warenbach sind die ersten Weichen gestellt worden. Der Stiftungsrat sei mindestens seit dem vergangenen Jahr umfänglich in die Planungen eingebunden worden, erklärte Günter Reichert. Über Monate sei mit Architekten und anderen Fachleuten versucht worden, Lösungen zu finden, um das Haus weiterführen zu können. „Wir haben bis zum Schluss die Hoffnung nicht aufgegeben, das Wohngruppenkonzept doch noch umsetzen zu können.“

Aber die Schaffung von Barrierefreiheit und entsprechenden Aufenthaltsräumen – vorgegeben werden 3,2 Quadratmeter pro Bewohner, der Energienachweis und nicht zuletzt der Brandschutz, der eine Flurbreite von 1,80 Metern fordert, seien nicht umsetzbar gewesen ohne erheblichen finanziellen Aufwand. Es hätten Tragwände versetzt werden müssen. Zudem wäre ein Bauantrag wegen der Statik notwendig gewesen. Sprich, die Maßnahme wäre eine „komplette Generalsanierung“ geworden, so Reichert. Wenngleich für den Spitalfonds die soziale Komponente seines Handelns im Vordergrund stehe, könne ein unwirtschaftlicher Betrieb des Seniorenheims nicht auf Dauer fortgeführt werden, so Reichert weiter. Das Haus in der Schertlestraße war ursprünglich für 171 Bewohner gebaut worden.

Für ihn stehe nun ein geordneter Übergang für die Bewohner im Vordergrund. Das heißt, dass mit der Heimaufsicht verhandelt werde, den endgültigen Auszug aus dem Heilig-Geist-Spital so lange wie möglich hinauszuzögern. Eine Übergangsregelung bei der Heimaufsicht sei beantragt. Reichert ist zuversichtlich, dass ein Einvernehmen erzielt werden kann. Neue Bewohner werden allerdings nicht mehr im Heilig-Geist- Spital aufgenommen. Es komme aber auch nicht in Frage, jemanden auf die Straße zu setzen, versicherte Reichert. Im Haus am Warenbach sind derzeit noch 30 Plätze frei. Wer in das neue Haus umzieht, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen, denn die Investitionskostenumlage beträgt dort pro Tag 25,86 Euro, im Spittel liegt er bei 7,16 Euro.

Die Angehörigen der Bewohner wurden schriftlich über die Vorgehensweise informiert. Am Sonntag, 7. April, wird es für sie einen Informationsabend geben. In einer Personalversammlung wurden die 50 überwiegend in Teilzeit Beschäftigten im Heilig-Geist-Spital informiert. Ihnen wurde zugesichert, dass es keine Kündigungen gebe. Sie können laut Reichert alle im Haus am Warenbach weiter beschäftigt werden. Bislang sei mit externen Freiberuflern zusammen gearbeitet worden – künftig eben mit den eigenen Mitarbeitern. Der Spitalfonds werde sich auf sein neues Haus am Warenbach konzentrieren und keinen weiteren Neubau ins Auge fassen.

Was am Standort Schertlestraße passiert, sei noch unklar, so Reichert. Es werde auf jeden Fall eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die über die Zukunft des Baus entscheidet.

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