Hohe Standards wurden in den 1960er-Jahren im neuen Freibad an der Lupfenstraße gesetzt. Umkleiden und ein beheizbares Außenbec
Hohe Standards wurden in den 1960er-Jahren im neuen Freibad an der Lupfenstraße gesetzt. Umkleiden und ein beheizbares Außenbecken machten das Bad zu einem beliebten Sommer-Treffpunkt. Eine neue Badeordnung erlaubte sogar die Benutzung von Kofferradios.
sbo

Das waren noch Zeiten, als die Schwenninger in ihrem Freibad schwimmen konnten. In diesen heißen Tagen erinnert sich so mancher sehnsuchtsvoll an das Freibad, das im Jahr 2004 seine Pforten für immer schloss.

Auch im Stadtarchiv finden sich Spuren der Freibad-Geschichte in Schwenningen.

Das erste Freibad in Schwenningen war an ganz anderer Stelle als das spätere Freibad, nämlich unterhalb der Möglingshöhe. Dieses als „Neckarbäddle“ bekannte Bad wurde 1877 eröffnet und war vor allem wegen seines Badewassers bekannt. Es wurde nämlich direkt aus dem Schwenninger Moos gespeist, was zu einer eher unappetitlichen bräunlichen Wasserfarbe führte. Diese Trübung sowie verhältnismäßig kalte Wassertemperaturen führten dazu, dass das Bad wenig besucht wurde.

Im Bestand der Stadtchronik findet sich noch ein „Teilhaber-Schein“ aus dieser Zeit. Er berechtigt dazu, „das hiesige Neckarbad allzeit kostenfrei zu nutzen“. Unbekannt bleibt aber, wie oft davon Gebrauch gemacht wurde.

Bald war klar, ein neues Bad muss her und dafür wurde das Gelände an der Lupfenstraße ausgesucht, denn dort war ein Brunnen vorhanden.

Im Herbst 1928 fertiggestellt, begann das neue Freibad seinen offiziellen Betrieb am 4. Mai 1929. Dort wurden neue Standards gesetzt. So gab es richtige Umkleideräume, eine Sonnenwiese und vor allem ein beheizbares Becken und warme Duschen. Dieses Bad sorgte dann in vielen Sommern für Erfrischung in Schwenningen.

Das Ende des Freibads kam dann mit dem Neubau des Freizeitbads „Neckarbad“. Dieses wurde am 12. April 2003 neben dem früheren Freibad eröffnet. Das Freibad wurde später abgerissen und das Becken gesandet.

Der Förderverein Freibadfreunde setzte sich viele Jahre vergeblich für ein neues Freibad in Schwenningen ein. Es hagelte Proteste, die weder das alte Freibad retten konnten noch dafür sorgten, dass ein neues Freibad entstand. Warum werde das Bad mutwillig zerstört und nicht das Angebot eines privaten Bäderbetreibers abgewartet, fragten aufgebrachte Bürger den damaligen Oberbürgermeister Rupert Kubon in einer Gemeinderatssitzung im März 2005. Kubon verwies damals auf mehrere Gutachten, die den Zustand des Bades als problematisch betrachteten. Am meisten Unverständnis kam bei den Bürgern aber wegen der Auffüllung des Beckens mit Sand auf.

Aufgrund der damaligen städtischen Finanzlage und auf Empfehlung des Regierungspräsidiums wurde entschieden, das Freibad aufzugeben und stattdessen, ein Hallenbad zu bauen, heißt es in der Mitteilung des Stadtarchivs.

Das Neckarbad hat sich mittlerweile ergänzend zum Kneippbad und dem Hallenbad in Villingen etabliert. Es ist vor allem durch den großzügigen Außenbereich mit Baby-Planschbecken, Beachvolleyballplatz und großer Liegewiese ein Hallenbad, das sich auch im Sommer großer Beliebtheit erfreut.

Aber dennoch, wenn die Sprache auf das alte Freibad kommt, schwingt bei vielen Schwenningern Wehmut in der Stimme. Es bleiben immerhin schöne Erinnerungen an das Schwenninger Freibad.

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