Die LED-Umrüstung in Villingen-Schwenningen hat begonnen. Das Licht strahlt gezielert und Kosten werden gespart.
Die LED-Umrüstung in Villingen-Schwenningen hat begonnen. Das Licht strahlt gezielert und Kosten werden gespart.
sbo und Marc Eich

In Sachen LED-Umrüstung der Straßenbeleuchtung nimmt die Doppelstadt Villingen-Schwenningen in Deutschland eine Vorreiterrolle ein. In wenigen Tagen wird das Vorzeigeprojekt vorerst abgeschlossen sein – dann beginnt das große Sparen.

Die Stadt erstrahlt in neuem Licht. Zum Ende des Monats hin werden alle 13 400 Straßenleuchten in Villingen-Schwenningen von den bisherigen Natriumdampflampen (NAV) auf LED-Technologie umgerüstet sein – das ist nach Angaben der Stadtwerke VS (SVS) in Deutschland bislang einmalig.

Projekt

Vor zwei Jahren wurde das Projekt, welches von der SVS konzipiert und umgesetzt wurde, gestartet. „Es ist alles nach Plan gelaufen“, freut sich SVS-Pressesprecherin Susanna Schmidt, dass der ambitionierte Zeitplan eingehalten wurde. Lediglich wenige Seilleuchten in VS-Schwenningen sind noch nicht umgerüstet worden, die Umstellung erfolge jedoch in den kommenden Tagen. Die Umstellung hat nach Angaben der Stadtwerke gleich mehrere Vorteile. Neben der Einsparung von Stromkosten und CO2 seien die LEDs wartungsfreundlicher, hätten eine deutlich höhere Lebensdauer und würden das Licht präziser streuen.

„Die NAV-Beleuchtung hat eine sehr hohe, diffuse Lichtstreuung. Die LED-Leuchten dagegen sind zielgerichtet und präzise. Dadurch ist im Übrigen auch der nächtliche, orangefarbene Schein über der Stadt verschwunden. Auch aus dem Flugzeug lässt sich die bessere Lichtstreuung der LED toll erkennen“, berichtet Schmidt.

Kosten

Die Umstellung hat rund 4,6 Millionen Euro gekostet, wobei das Bundesumweltministerium das Projekt mit 800 000 Euro gefördert hat. Für die Stadt werden sich laut SVS die Umrüstkosten in Höhe von 3,8 Millionen Euro fünf Jahre nach der Umstellung amortisiert haben. Schmidt: „Momentan betragen die Stromkosten für die Stadt eine Million Euro pro Jahr, künftig nur noch 300 000 Euro.“

Ausführung

Seitens der SVS waren nach eigenen Angaben zwei bis drei Teams der Beleuchtungsabteilung mit je zwei Monteuren mit der LED-Umrüstung beschäftigt, zudem ein bis zwei Teams mit je zwei Monteuren des Dienstleistungsunternehmens der Stadtwerke. Zum Teil habe es im Zuge der Umstellung auch Nachjustierungen gegeben, wie Schmidt erklärt. „Wir hatten ein paar Anrufer, die Optimierungsbedarf angemeldet haben“, berichtet die SVSSprecherin.

Das Beleuchtungsteam habe sich dann gemeinsam mit den Anwohnern – auch bei Dunkelheit – ein Bild von der Situation vor Ort verschaffen, um nach Lösungen zu suchen. Schmidt betont in diesem Zusammenhang jedoch ebenfalls, dass an manchen Stellen ein Gewöhnungseffekt eintreten müsse. So seien die Eigenschaften des NAV-Beleuchtung mit der hohen Lichtstreuung gänzlich anders als die der LED-Leuchten, welche das Licht sehr präzise streuen.In Schwenningen habe man darüber hinaus am Schwarzwaldplatz Optimierungen vorgenommen.Dort habe sich herausgestellt, dass sich ein anderer Leuchtentyp zur Ausleuchtung des Platzes besser eignet – man habe die Leuchten deshalb kurzer Hand getauscht und so für Abhilfe gesorgt.

Ausblick

Die Stadtwerke sind derzeit dabei, Konzepte für die Beleuchtung der Fußgängerüberwege sowie die Tore und Türme zu erstellen. Denn hier sollen ebenfalls entsprechende Anpassungen vorgenommen werden, damit letztendlich alle öffentlichen Lichter auf LED umgerüstet werden. Derzeit sei aber noch nicht klar, wann mit der Umsetzung begonnen wird. Schmidt: „Die Fußgängerüberwege stellen eine Art Sonderfall dar, da sie jeweils individuell berechnet und ausgeleuchtet werden müssen.“ Auch die LED-Beleuchtung an der Villinger Schneckenbrücke, die von Unbekannten farbig angesprüht wurde, werde nochmals überprüft. Über die Beleuchtung und Farbgestaltung werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

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