Eine Corona-Station soll im Schwarzwald-Baar-Klinikum eingerichtet werden.
Eine Corona-Station soll im Schwarzwald-Baar-Klinikum eingerichtet werden. (Foto: Marc Eich)
sbo und Cornelia Spitz

Während sich das Coronavirus in Deutschland weiter auswächst, köchelt auch in Villingen-Schwenningen die Gerüchteküche. Die Verunsicherung, selbst bei der Belegschaft des Schwarzwald-Baar-Klinikums, ist offenbar groß.

Kliniksprecherin Sandra Adams klingt schon beinahe routiniert, als sie erklärt: „Das Klinikum ist vorbereitet.“ Konkret heißt das unter anderem, dass in der Schublade längst der Plan dazu liegt, eine Art „Station“ in Sachen Coronavirus am Schwarzwald-Baar-Klinikum einzurichten. „Wir haben uns für den Standort Villingen-Schwenningen entschieden“, erläutert Sandra Adams auf Nachfrage. Eine Entscheidung, die bei den Mitarbeitern nicht unumstritten ist. Die im Falle der Behandlung eines heftigen Befalls mit der Lungenkrankheit möglicherweise notwendigen Lungengeräte seien nämlich nicht im neuen Klinikum im Oberzentrum, sondern in der Außenstelle in Donaueschingen stationiert.

Gegebenenfalls also müsste der Transport schwerwiegend am Coronavirus Erkrankter nach Donaueschingen in Kauf genommen werden. Doch die Pressesprecherin des Klinikums winkt ab – in solchen Fällen würden Einzelfallentscheidungen getroffen. Kurzum: Ob ein solcher Patient am Ende tatsächlich in der „Corona-Station“ in VS liegen würde oder etwa doch von vornherein nach Donaueschingen gebracht werden soll, ist offenbar noch nicht endgültig geklärt.

Die Standortwahl für eine solche Not-Station sei vor allem wegen der größeren räumlichen Kapazitäten auf das Zentralklinikum gefallen. „Ja, wir gehen davon aus, dass eine solche Station eher in Villingen-Schwenningen eingerichtet werden wird.“ Im Falle mehrerer Infektionen wolle man die Patienten gerne an einem Standort zusammenfassen, dafür biete das 2012 eröffnete Großklinikum mehr Kapazitäten.

Entkräftet werden seitens der Klinikleitung jedoch Aussagen, wonach am Schwarzwald-Baar-Klinikum weder Desinfektionsmittel noch Mundschutzmasken vorhanden seien. „Das stimmt nicht! Bei uns ist im Moment noch alles vorhanden“, dementierte Sandra Adams entsprechende Aussagen, die von Mitarbeitern des Klinikums an Medien herangetragen worden sind.

Noch immer verharren die Mitarbeiter des Klinikums in Wartestellung. „Wir haben noch keinen einzigen bestätigten Fall“, bestätigte die Pressesprecherin im Gespräch. Auch bei den zwei letzten der ursprünglich drei mit Verdacht auf den Coronavirus eingereichten Proben konnte am Montag Entwarnung gegeben werden: Die Patienten seien nicht mit dem Virus infiziert. Es soll sich um ein Baby und seine Mutter gehandelt haben.

In krassem Widerspruch zur Gelassenheit am Klinikum steht weiterhin manches Supermarktregal: Aus Sorge vor einer möglichen Quarantäne-Maßnahme im Falle eines positiven Tests auf das Coronavirus in ihrem Bekanntenkreis decken sich auch viele Doppelstädter bereits mit Lebensmitteln, Getränken und Drogerieartikeln für die nächsten 14 Tage ein. „Wenn ich daheim bleiben muss, muss ich wenigstens nicht verhungern“, so das augenzwinkernde Fazit einer Seniorin in Villingen.

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