Bunte Vielfalt statt triste Schrott-Container

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sbo und Lea Kuenz

Rostig, hässlich, und einfarbig. So sehen die allermeisten Container aus. Aber muss das wirklich sein? Der Graffiti-Künstler Jochen Laufer hat den tristen Containern den Kampf angesagt.

Eigentlich ist das Malen nur sein Hobby, welches der gelernte Kunstschmied für sich wieder entdeckt hat. Doch seit vier Jahren übt er diese Freizeitbeschäftigung nicht mehr mit Pinsel und Leinwand, sondern mit der Spraydose aus. Jochen Laufer, der sich mit seiner Graffiti-Kunst als freischaffender Künstler ein zweites Standbein aufbauen möchte, weiß genau was er will: Alten Schrott zu recyceln und wieder etwas schönes, neues zu erschaffen.

Angefangen hat alles in Berlin, wo er von den gesprayten Kunstwerken anderer Künstler inspiriert wurde. Der Inhaber der Firma Renz – Rohrreinigung, Containerdienst & Recycling, Gerhard Renz, war schon früher mit Laufer befreundet. So kamen die beiden auf die Idee, die Container der Firma zu besprühen, um so mehr Farbe ins triste, monotone Industriegebiet zu bringen. Im vergangenen halben Jahr begann der Graffiti- Künstler dann damit, die Container der Firma zu gestalten. Dabei kamen die unterschiedlichsten Motive heraus. Beispielsweise ein „Weltraum-Container“ oder ein Container mit völlig abstraktem Motiv. Das Ziel der beiden ist es, irgendwann einmal 20 bis 30 verschiedene Motive zu haben, zwischen denen die Kunden wählen können.

„Schrott muss ja nicht immer hässlich sein, sondern kann ja auch in etwas Schönem recycelt werden“, sagt der Künstler. Container würden dann besser ins Landschaftsbild der Kunden passen und dieses möglicherweise sogar verschönern. Neben den Containern habe der Künstler zuvor schon kostenlos für die Gemeinde Niedereschach Stromkästen bemalt, und gab zudem Workshops für die Gemeinde. Sein aktuelles Projekt ist momentan aber die große Hallenwand der Firma Renz. Diese wird von ihm in nächster Zeit bunter gestaltet werden. Das Motiv, eine Frau mit Bollenhut, sei ihm von der bekannten Firma „Artwood“ des Künstlers Jochen Scherzinger, kostenlos zur Verfügung gestellt worden. Das gigantische Kunstwerk, was noch fertig gestellt werden muss, soll erst der Anfang sein. Die anderen Wände der Halle warten noch darauf bunt gestaltet zu werden.

Gerhard Renz und Jochen Laufer betonen, dass andere Firmen das Projekt mitunterstützen würden. Die Firma Schwenk habe beispielsweise eine preiswerte Hebebühne zur Verfügung gestellt. Die benachbarte Firma „Straßenbau Haller“ erklärte sich bereit extra ihre Hecke zu stutzen, damit das Kunstwerk gut zu sehen sei.

In Zukunft wird es in Schwenningen also viel an „Container-Kunst“ zu bestaunen geben, und auch die große Halle der Firma wird ins Auge stechen.

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