Deutschlandweit grassiert ein regelrechtes Waldsterben wegen Borkenkäfer. (Symbolfoto)
Deutschlandweit grassiert ein regelrechtes Waldsterben wegen Borkenkäfer. (Symbolfoto) (Foto: regina braungart)
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Das Forstamt der Stadt Villingen-Schwenningen bittet alle Waldeigentümer, ihren Nadelwald im wöchentlichen Abstand auf Befall durch Borkenkäfer zu kontrollieren. Befallszeichen sind bei der Fichte Bohrmehl der Borkenkäfer am Stammfuß, gelblich-bräunliche Nadeln, Spechteinhiebe und abfallende Nadeln. Bei der Weißtanne fehlt Bohrmehl, die Verfärbung ist dort rot.

„Bedingt durch das trocken-heiße Jahr 2018 haben sich die Borkenkäfer bestens vermehren können, bis zu vier Generationen sind im vergangenen Jahr zustande gekommen“, berichtet der Forstamtsleiter des Städtischen Forstamtes, Tobias Kühn. Durch den eher milden Winter habe ein Großteil der Borkenkäfer überlebt und setze nun das begonnene Zerstörungswerk fort. „Der feuchte und kühle Mai hat uns eine kurze Atempause gebracht, aber jetzt werden allerorten die Borkenkäferschäden sichtbar“, so Kühn weiter.

Deutschlandweit grassiere ein regelrechtes Waldsterben: „Viele Landschaften werden Sie 2020 nicht mehr wiedererkennen“, bringt es Kühn auf den Punkt. „Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass wir von einer solchen Käferinvasion verschont bleiben“, ruft der Forstmann die Waldeigentümer zur aktiven Mitarbeit auf. Wichtig sei es, rasch und konsequent zu handeln: Befallene Bäume müssten unverzüglich eingeschlagen werden und rasch aus dem Wald abgefahren werden. Sei eine schnelle Holzabfuhr unrealistisch, müssten die Stämme von Hand entrindet werden. Als letzte Möglichkeit bleibe der Einsatz von zugelassenen Insektiziden, dabei seien allerdings einige Vorgaben wie die erforderliche Sachkunde, die Verwendung von zugelassenen Spitzeinrichtungen und ein ausreichender Abstand von Gewässern strikt einzuhalten. Nicht vernachlässigen sollte man den Einschlag von betroffenen Weißtannen: Galt eine Schädigung durch Borkenkäfer bisher bei der Weißtanne als seltenes Einzelereignis, warnen Forstwissenschaftlicher inzwischen davor, dass die auf Weißtanne spezialisierten Borkenkäfer inzwischen in der Lage seien, Bäume primär zu schädigen, also ohne vorherigen Vitalitätsverlust. Finde man im Umfeld einer Käfertanne Exemplare mit zwei, drei roten Ästen im Kronenbereich, sollten diese ebenfalls eingeschlagen werden, da ein tödlicher Käferbefall dann sehr wahrscheinlich sei.

Wenn der Appell an die Waldeigentümer ohne Reaktion verhalle, bleibe dem Forstamt keine andere Möglichkeit, als per forstaufsichtlicher Anordnung den Sofortvollzug anzuordnen. Ein solcher Verwaltungsakt sei mit einer Gebühr belegt und werde notfalls auch im Wege einer Ersatzvornahme auf Kosten des Waldeigentümers umgesetzt. „So weit sollte es der Waldeigentümer aber nicht kommen lassen“, sagt Kühn.

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