Besonders viele Schüler von der Maskenpflicht befreit?

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Die Rudolf-Steiner-Schule in VS-Schwenningen.
Die Rudolf-Steiner-Schule in VS-Schwenningen. (Foto: Moser)
sbo und Helen Moser

„Gerade in der Waldorfschule legen wir größten Wert auf den ,Präsenzunterricht’“ – unter anderem mit diesen Worten lädt die Schulführungskonferenz der Rudolf-Steiner-Schule VS-Schwenningen die Eltern der Schulgemeinschaft zu einer Podiumsdiskussion ein.

„Der Austausch soll dazu führen, gemeinsam Grundlagen für Schulentscheidungen im Umgang mit den Verordnungen zu gewinnen“, heißt es zudem. Eingeladen wird zu einer Präsenzveranstaltung, natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit begrenzter Teilnehmerzahl und nur nach Anmeldung. Dennoch verwundert das gewählte Format angesichts der aktuellen Lage einige Beobachter – und wirft die Frage auf: Wie geht die Schule mit den Corona-Beschränkungen um? Aus Elternkreisen ist – insbesondere bezüglich der Handhabung der Maskenpflicht – Kritik zu vernehmen.

Der Vorwurf: Überdurchschnittlich viele Kinder hätten ein ärztliches Attest, um ohne Mund-Nasen-Bedeckung am Unterricht teilzunehmen. Diese Einschätzung teilt Kerstin Remsperger von der Schwenninger Rudolf-Steiner-Schule nicht. Sie spricht von durchschnittlich einem bis anderthalb Schülern pro Klasse. Ist das überdurchschnittlich? Eine Anfrage beim Staatlichen Schulamt Donaueschingen gibt darüber keinen Aufschluss. „Diese Daten werden von uns nicht erhoben“, teilt die leitende Schulamtsdirektorin Sabine Rösner auf Anfrage mit.

Remsperger liefert allerdings eine mögliche Erklärung für die Einschätzung einiger Eltern: „Subjektiv kann es natürlich wirken als wären es mehr Schüler, die von der Maskenpflicht befreit sind. In manchen Klassen gibt es niemanden; in anderen dafür vielleicht mehrere“, gibt sie zu bedenken. Grundsätzlich halte man sich aber an die Maskenpflicht – wie überhaupt an alle geltenden Hygienevorschriften. „Über die Richtlinien setzen wir uns nicht hinweg. Das dürfen wir auch gar nicht.“

Aktuell gilt für die erste bis vierte Klasse der Rudolf-Steiner-Schule keine Maskenpflicht. Die Schüler der Klassen fünf bis 13 sind hingegen grundsätzlich verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen – es sei denn, es liegt ein ärztliches Attest vor, welche den Schüler aus medizinischen Gründen von der Maskenpflicht befreit. „Und wenn ein Arzt ein solches Attest ausstellt, dann liegt das in seiner Verantwortung. Dann müssen wir als Schule darauf vertrauen, dass der Mediziner auch weiß, was er da tut“, sagt Remsperger.

Beschwerden von Eltern, deren Kinder mit von der Maskenpflicht befreiten Schülern in eine Klasse gehen, sind nach Kenntnis von Remsperger im Sekretariat der Rudolf-Steiner-Schule bislang noch keine eingegangen. Sie hebt hervor, dass „wir als Waldorfschule“ bei solchen Themen schnell in die Kritik gerieten. „Wir wissen, dass wir da immer in eine Schiene gedrückt werden.“ So sei es bereits vorgekommen, dass Eltern ihre Kinder an der Schule anmelden wollten, weil sie der Auffassung seien, dass die Corona-Regeln dort nicht so ernst genommen werden wie an anderen Schulen. „Aber das stimmt schlicht nicht“, sagt Remsperger. Man halte sich genauso an die Richtlinien wie andere Schulen auch.

Und was passiert mit den Schülern, die keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen? Spezielle Vorsichtsmaßnahmen gebe es nicht, erklärt Remsperger. Teilweise würden diese Schüler sich selbstständig von den anderen weg setzen oder auf dem Schulflur trotz Befreiung von der Maskenpflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. „Aber im Endeffekt muss man hoffen, dass die besagten Schüler sich richtig und verantwortungsvoll verhalten.“

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