Während die Bäume im Schopfelenwald für die B 523-Anbindung gefällt wurden, war bereits ein Weg gesperrt. Künftig allerdings so
Während die Bäume im Schopfelenwald für die B 523-Anbindung gefällt wurden, war bereits ein Weg gesperrt. Künftig allerdings sollen Wanderer trotzdem dort unterwegs sein können. Laut Stadt werden keine Wanderwege gekappt. (Foto: Parage)
Marc Eich

Die Befürchtung war groß, dass durch den Bau der neuen Anbindung des Industriegebiets Ost an die B 523 Wanderwege gekappt werden. Die Stadt stellt nun klar: Dem ist nicht so.

Verärgert zeigten sich die Mitglieder des Technischen Ausschuss vergangene Woche über die angebliche Tatsache, dass der vom Heimatverein initiierte Geschichts- und Naturlehrpfad als auch die von den Wandervereinen ausgeschilderten Wege durch die neue Trasse in das Industriegebiet Ost abgeschnitten werden. Baubürgermeister Detlev Bührer zeigte sich verwundert, schließlich habe der Gemeinderat das Thema vorangetrieben und die Trassenführung beschlossen.

In einem Pressegespräch erklärte Bührer, dass die Kommunikation im Ausschuss „unglücklich“ verlaufen sei. Denn es sei mitnichten so, dass die Belange der Wandervereine nicht berücksichtigt werden. Im Gegenteil sogar: „Wir haben das Komplettpaket berücksichtigt“, unterstreicht Bührer. Damals sei die Meinung und die Anmerkung der betroffenen Vereine im Rahmen des notwendigen Planfeststellungsverfahren gehört worden.

Die Folge: Es werden im Schopfelenwald keine Wege gekappt. „Wir schaffen eine neue Übergangssituation“, erklärt der Baubürgermeister. Dabei handle es sich aber um keine Unterführung oder eine Brücke. Vielmehr sollen die Wege an die Straße herangeführt werden, die Wanderer müssen dann schließlich über die Straße gehen. Diese Situation gebe es gleich an mehreren Stellen im gesamten Stadtgebiet wie Bührer und Ulf Millauer, Leiter des Amtes für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten, betonen.

Eine Tour des Schwarzwaldvereins führe beispielsweise über die Landstraße in Richtung Pfaffenweiler in Höhe des Sachsenwäldles. Und selbst über die viel befahrene Bundesstraße 33 führt ein Wanderweg in Richtung des Mönchsees. Dort seien täglich fast 21 000 Fahrzeuge unterwegs, davon 1600, die dem Schwerlastverkehr zugeordnet werden. Zum Vergleich: Die neue Anbindung wird, laut einem Verkehrsgutachten, täglich „nur“ von 8100 Fahrzeugen befahren (500 Schwerlastverkehr). Bührer: „Am Wochenende ist auf der neuen Trasse aber sicherlich deutlich weniger los.“ Also damit genau zu jener Zeit, zu der die Wanderwege üblicherweise genutzt werden.

Die neue Anbindung soll ab dem August 2019 entstehen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt der Neubau einer Brücke – hierfür werde eine provisorische Baustellenumfahrung um die Brückenbaustelle eingerichtet. Die gesamte Maßnahme soll im November 2020 abgeschlossen sein.

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