Der leitende Schwimmmeister Jürgen Esslinger (von links), die Behindertenbeauftragte der Stadt, Beate Bea, und Bäderbetriebslei
Der leitende Schwimmmeister Jürgen Esslinger (von links), die Behindertenbeauftragte der Stadt, Beate Bea, und Bäderbetriebsleiter Jerome Chapus zeigen im Schwenninger Neckarbad die Optimierungen, die von einem Badegast mit Handicap angeregt wurden. (Foto: Riesterer)
Fabian Riesterer

Dank einer konstruktiven Anregung eines Badegastes mit körperlicher Einschränkung ist das Schwenninger Neckarbad nun noch behindertengerechter geworden. Die Behindertenbeauftragte der Stadt, Beate Bea, und der Betriebsleiter der Bäder Villingen-Schwenningen GmbH (BVS), Jerome Chapus, erläuterten am Montag die konkreten Maßnahmen und wie es zu diesen gekommen war.

„Der Gast hat mir eine E-Mail mit einem Optimierungsvorschlag zu einer Umkleide geschrieben“, erzählt Beate Bea. Sie habe im Anschluss Jerome Chapus kontaktiert, der Anfang des Jahres einen Vor-Ort-Termin organisiert habe. „Dabei hat uns der Gast konkret gezeigt, was verbessert werden könnte. So konnten wir besser nachvollziehen, was er meint. Das war sehr hilfreich“, sagt Chapus.

In Folge des Termins wurden nun in einer der Sammelumkleiden die Sitzflächen verbreitert sowie ein Haltegriff angebracht. „Nun kann der Gast sich wieder allein umziehen, was vorher nur mit einer Begleitperson möglich war“, freut sich Bea. Aus dem gleichen Grund, nämlich die Sitzstabilität zu verbessern, hat die BVS zudem in der barrierefreien Dusche den Sitz verbreitert sowie eine herunterklappbare Armlehne angebracht. „Wenn wir etwas zur Optimierung der Barrierefreiheit tun können, was sich unkompliziert umsetzen lässt, zögern wir nicht, das zu tun“, sagt Chapus, der die Kosten für die Maßnahmen auf etwa 2500 Euro schätzt. Dabei versuche die BVS stets, sämtlichen Anregungen der Gäste Gehör zu schenken. Was sich umsetzen lasse, bleibe aber eine Einzelfallentscheidung.

„In Villingen-Schwenningen sind mit dem Neckar- und Kneippbad zwei Einrichtungen komplett barrierefrei“, freut sich Chapus. Das Villinger Kneippbad, das am 28. Juli wieder seine Tore öffnen wird, sei dann ebenfalls mit separaten Duschen, Toiletten und Umkleiden ausgestattet. „Auch der Einstieg zum Schwimmbecken ist wie hier im Neckarbad zugänglich“, sagt der Bäderbetriebsleiter.

Einzig beim Villinger Hallenbad seien die nötigen Schritte zur Barrierefreiheit wegen der örtlichen Begebenheiten nur schwer umzusetzen. „Dahinter würde ein enormer finanzieller Aufwand stecken, der sich nicht darstellen lässt“, sagt Chapus. Dafür hat Beate Bea Verständnis. Umso schöner sei es, dass mit kleinen Schritten etwas für die Badegäste mit Handicap unternommen wurde.

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