Nach dem Handgranaten-Anschlag auf die BEA Villingen hat das Regierungspräsidium Freiburg nun den Vertrag mit der Security-Firm
Nach dem Handgranaten-Anschlag auf die BEA Villingen hat das Regierungspräsidium Freiburg nun den Vertrag mit der Security-Firma gekündigt. (Foto: dpa)
A. Lothar Häring

Die Ermittlungen nach dem Handgranaten-Anschlag auf das Gelände einer Villinger Flüchtlingsunterkunft haben zu einer weiteren Konsequenz geführt: Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg hat am Donnerstag die Verträge mit der Tuttlinger Sicherheitsfirma „Ever Safe“ , die in den Erstaufnamestellen Villingen und Donaueschingen tätig ist, fristlos gekündigt.

Die Handgranate war in der Nacht zum 29. Januar in Richtung des Container von „Ever Safe“ geflogen, aber nicht explodiert. Noch immer ist nichtz geklärt, ob sie einen Zünder hatte und somit scharf war.

Immer härter gewordener Verdrängungswettbewerb

Die 75-köpfige „Sonderkommission Container“ hat, wie berichtet, vier Russlanddeutsche als Tatverdächtige festgenommen, drei sitzen in U-Haft. Der Konstanzer Oberstaatsanwalt Johannes-Georg Roth erklärte auf Anfrage, bei dem Anschlag sei es um Konflikte und einen immer härter gewordenen Verdrängungswettbewerb gegangen. Es tobe ein Kampf um Aufträge, und die seien bei der Bewachung der Asylheime besonders begehrt.

Kein Wunder, das Geschäft mit den Flüchtlingen ist sehr lukrativ, wie ein Branchenkenner berichtet: „Es geht um sehr viel Geld“, weiß er. „bei der Bewachung größerer Objekte um Millionen.“

Nach Recherchen unserer Zeitung haben sich die Anhaltspunkte verfestigt, dass es sich bei dem Anschlag um einen Racheakt gehandelt hat, weil die Firma Ever Safe Konkurrenten hinausdrängte, Subunternehmen beschäftigte und/oder Dumping-Löhne zahlte.

Gelände „unverzüglich verlassen“

Die Mitteilung des Regierungspräsidiums passt zum Verdacht: Die Kündigung, so heißt es, gelte auch für deren Subunternehmer. Man habe jetzt „verlässliche Informationen erhalten“, die diesen Schritt erforderlich gemacht hätten. Zudem habe das RP den Sicherheitsdienstleister intern überprüft. Die Firma sei nicht in der Lage gewesen, fristgerecht die erforderlichen Nachweise zur Zuverlässigkeit des Unternehmens und der eingesetzten Mitarbeiter vorzulegen, so Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

Die Firma sei aufgefordert worden, das Gelände der Erstaufnahmestellen in Donaueschingen und Villingen „unverzüglich zu verlassen“. Die sofortige Übernahme der Sicherheitsüberwachung durch zuverlässige Unternehmen sei vorbereitet.

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