Innerhalb von vier Wochen gab es in Villingen-Schwenningen vier Tote durch Drogen.
Innerhalb von vier Wochen gab es in Villingen-Schwenningen vier Tote durch Drogen. (Foto: : spo)
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Vier Drogentote innerhalb von zwölf Wochen – mit dieser Serie hat es die Kriminalpolizei Villingen-Schwenningen zu tun. Wie bereits berichtet, wurden die Männer zwischen dem 1. November 2019 und dem 19. Januar 2020 tot aufgefunden – in allen Fällen war die Polizei davon ausgegangen, dass Drogen eine Rolle spielten. Das zuständige Polizeipräsidium Konstanz bestätigt nun gegenüber unserer Zeitung, dass alle vier Opfer ihres Rauschgiftkonsums geworden sind.

„Der Drogenkonsum wurde aufgrund der Feststellungen und Umstände vor Ort und nach Abschluss der weiteren Ermittlungen als Ursache für die Todesfälle festgestellt“, so Polizeisprecherin Sandra Kratzer. Beim jüngsten Fall – einem 33-Jährigen, den man in seiner Wohnung in der Hans-Sachs-Straße tot aufgefunden hatte – steht eine toxikologische Untersuchung der Obduktion noch aus. Kratzer: „Eine Überdosis eines Betäubungsmittelgemisches wird vermutet.“

Alle drei übrigen Opfer, die zwischen 32 und 36 Jahre alt waren und in der Doppelstadt gefunden wurden, starben laut Polizei an einer Opiatüberdosierung. Die vier Männer waren den Beamten bereits als langjährige Drogenkonsumenten bekannt.

Zumindest aus statistischer Sicht ist laut Kratzer „keine ungewöhnliche Häufung erkennbar“, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die vier Fälle auf zwei Jahresstatistiken verteilen. „In den Jahren zuvor hatten wir zwischen keinem und einem Drogentoten in Villingen-Schwenningen“, erklärt die Polizeisprecherin. Auch sei aus Sicht der ermittelnden Beamten kein Zusammenhang zwischen den Opfern erkennbar. Mögliche Gerüchte, es sei möglicherweise „schlechter Stoff“ im Umlauf, scheinen demnach jeder Grundlage zu entbehren.

Die Polizei stellt allerdings im Bereich der Rauschgiftdelikte eine Zunahme der Häufigkeit fest – insbesondere der Handelsdelikte. Diese sind laut Statistik im Schwarzwald-Baar-Kreis von 125 Fällen im Jahr 2017 auf 197 Delikte im Jahr 2019 gestiegen. Hier sind im vergangenen Jahr insbesondere das Dealen mit Cannabis (137 Fälle), Amphetaminen/Methamphetaminen (70), Kokain (15), Ecstasy (4) zur Anzeige gebracht worden. Beim Besitz und Erwerb registrierte die Polizei hingegen sinkende Zahlen (584 Fälle im Jahr 2017, 523 Fälle im Jahr 2019). Im Jahr 2019 sind vor allem Fälle von Cannabis-Konsum (406) registriert worden, danach kommen Amphetamine und Methamphetamine (102). Kokain (19), Ecstasy (12), Heroin (6), so genannte Designerdrogen (6) und LSD (3) spielen beim Konsum – zumindest was sich in der polizeilichen Statistik niederschlägt – laut Präsidium eine eher untergeordnete Rolle. Die Chronologie der verschiedenen Fälle:

1. November 2019: Ein 34-jähriger Mann aus Schwenningen wird tot in einem Gebüsch in der Nähe des Marktplatzes aufgefunden. Es ergaben sich Hinweise auf die missbräuchliche Verwendung von Fentanylpflastern.

4. Dezember 2019: Ein 32-jähriger Mann aus Schwenningen stirbt in seiner Wohnung in der Otto-Gönnenwein-Straße an einer Überdosis von Amphetaminen und Opiaten.

11. Januar 2020: Passanten finden einen 36-Jährigen aus Trossingen tot auf der Bahnhofstoilette in Villingen. Er starb an einer Opiatüberdosierung.

19. Januar 2020: Rettungskräfte entdecken einen 33-Jährigen aus Schwenningen tot in seiner Wohnung in der Hans-Sachs-Straße. Das endgültige Untersuchungsergebnis steht noch aus. Er war wie die anderen drei Opfer der Polizei als langjähriger Drogenkonsument bekannt.

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