Unbesetzt blieben zum Stichtag 30. September 475 Ausbildungsstellen, lediglich 65 Bewerber hatten Ende September noch keine Ste
Unbesetzt blieben zum Stichtag 30. September 475 Ausbildungsstellen, lediglich 65 Bewerber hatten Ende September noch keine Stelle. (Foto: Gabbert)
sbo

Erneut vermeldet die Arbeitsagentur Rottweil-Villingen-Schwenningen eine positive Entwicklung am Ausbildungsmarkt. Schon vergangene Woche hat die IHK ebenfalls Zuwächse bei den Ausbildungsstellen gemeldet.

Über 4600 Ausbildungsstellen für knapp 3000 Bewerber: „Unser Ausbildungsmarkt spiegelt unseren Arbeitsmarkt wider, gute Zeiten für Ausbildungssuchende, aber leider ungünstige Verhältnisse für unsere Unternehmen, die ihre offenen Ausbildungsstellen nicht immer besetzen können“, hält Thomas Dautel, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen, fest. Nach den jetzt vorliegenden, vorläufigen Daten aus der Geschäftsstatistik der Agentur für Arbeit zum Ausbildungsmarkt für das Berufsberatungsjahr 2018/2019 waren in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 4615 Berufsausbildungsstellen gemeldet. 2925 Schüler hatten sich von Oktober 2018 bis September 2019 als Bewerber für betriebliche Ausbildungsstellen vormerken lassen, das sind 170 weniger als im Vorjahr.

Unbesetzt blieben zum Stichtag 30. September 475 Ausbildungsstellen, lediglich 65 Bewerber hatten Ende September noch keine Stelle. Für die Bewerber wurden im Laufe des Herbstes alternative Möglichkeiten wie beispielsweise ein Maßnahmenbesuch gefunden. „Der Ausbildungsmarkt bleibt ein Bewerbermarkt. Der Großteil der Jugendlichen hat also die Möglichkeit, auch jetzt noch zwischen vielen Berufen zu wählen und die Attraktivität des Arbeitgebers und des Berufes in die Entscheidung einfließen zu lassen“, so Dautel. Die Arbeitsagentur nennt die „Top 10“ der gemeldeten Ausbildungsstellen Kaufmann im Einzelhandel (274 Auszubildende), Zerspanungsmechaniker (258) Industriekaufmann (239), Industriemechaniker (235), Mechatroniker (157), Verkäufer (151), Werkzeugmechaniker (138), Handelsfachwirt (123), Fachkraft Lagerlogistik (108), Kaufmann Groß- und Außenhandel (100).

Schaut man sich bei den offenen Ausbildungsplätzen nur den Schwarzwald-Baar-Kreis an, so ist auch hier der Kaufmann im Einzelhandel Spitzenreiter mit 30 offenen Stellen, gefolgt von folgenden Berufen: Verkäufer (15), Handelsfachwirt (13), Friseur (10), Koch (9), Fleischer (8), Restaurantfachmann (8), Stuckateur (6), Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klimatechnik (6) und Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk Fleischerei (6). Unversorgte Bewerber gibt es im Schwarzwald-Baar-Kreis noch 33.

Die IHK wies vergangene Woche darauf hin, dass es auch jetzt noch nicht zu spät sei, eine Ausbildung zu beginnen. Auch waren sich IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, Vorstandsmitglied Bettina Schuler-Kargoll sowie Ausbildungsbereichsleiterin Martina Furtwängler darin einig, dass die Firmen viel für die jungen Leute tue, und sich beispielsweise im Gastgewerbebereich einiges geändert habe im Vergleich zu früher.

Bei der IHK wie auch beim Arbeitsamt ist man der Überzeugung, dass die offenen Stellen an zwei Umständen festzumachen sind: rückläufige Bewerberzahlen, und dann ist mancher Beruf den Schülern – aber auch den Eltern – schlichtweg nicht attraktiv genug.

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