Grünes Licht: Nun, nach der zweiten Offenlage, darf der Rettungshubschrauber rund um die Uhr in Villingen-Schwenningen starten.
Grünes Licht: Nun, nach der zweiten Offenlage, darf der Rettungshubschrauber rund um die Uhr in Villingen-Schwenningen starten. (Foto: drf luftrettung)
Cornelia Spitz

Was lange währt, wird endlich gut: Der Hubschrauberlandeplatz am Schwarzwald-Baar-Klinikum kann nun tatsächlich in den 24-Stunden-Betrieb gehen. In der zweiten Offenlage gingen keinerlei Klagen oder Einwendungen ein.

Es ist eine frohe Botschaft für die Rettungskräfte im Schwarzwald-Baar-Kreis, erhofft man sich von der Luftrettung rund um die Uhr doch eine deutliche Verbesserung. Sechs Wochen Klage- und Einspruchsfristen sind vergangen, seit Mitte August die Genehmigung für den Nachtflug am Hubschrauber-Sonderlandeplatz am Kreisklinikum in Villingen-Schwenningen erteilt worden ist. Nun steht fest: Es kann losgehen. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand wurden keine Klagen erhoben. Die Änderung der Genehmigung für den Betrieb wurde daher rechtskräftig“, teilte Désirée Bodesheim von der Koordinierungs- und Pressestelle des zuständigen Regierungspräsidiums in Stuttgart mit.

1,3 Flüge pro Nacht in den besonders geschützten Nachtstunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sind damit ab sofort möglich – im Durchschnitt, versteht sich. Schon in der bevorstehenden kalten Jahreszeit könnte man also davon profitieren – weil man nur im Tagflug am Klinikum starten und landen konnte, waren Rettungskräften bislang vor allem im Winterhalbjahr die Hände gebunden. Setzte die Dämmerung an kurzen Tagen beispielsweise bereits um 16 Uhr ein – in rauen Schwarzwald-Tälern ist das keine Seltenheit –, war manchmal bis 8 Uhr kein Rettungsflug möglich.

Ein Meilenstein für die Rettungskette im Schwarzwald-Baar-Kreis ist damit gesetzt – und auch Sekundärtransporte, also etwa Verlegungen von Patienten in Spezialkliniken mittels Hubschrauber, sind nun rund um die Uhr möglich.

Eine lange To-Do-Liste

Daniel Pfaff, der stellvertretende Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Schwarzwald Baar gGmbH, die Betreiber des Hubschrauber-Sonderlandeplatzes ist, freute sich bereits im August, als die luftfahrtrechtliche Genehmigung erteilt war, sah sich aber noch mit einer langen To-Do-Liste konfrontiert: Seitens des Halters des Hubschrauber-Sonderlandeplatzes müssen mit den Nutzern viele Details geklärt werden, ehe der 24-Stunden-Betrieb auch tatsächlich aufgenommen werden kann.

„Aufgabe der Landesluftfahrtbehörde war die Änderung der Genehmigung. Zu Fragen der Nutzung werden wir daher keine Auskunft geben“, erklärte Désirée Bodesheim vom Regierungspräsidium. Hauptnutzer war bislang die DRF Luftrettung. Aber: Auch andere dürfen dort landen, sagte Horst Rieker, luftfahrttechnischer Sachverständiger beim Regierungspräsidium in Stuttgart, Außenstelle Freiburg, bereits beim Vor-Ort-Termin im August.

Ein für den Nachtflug tauglicher Hubschrauber landete bei der DRF im Oberzentrum bereits im Mai diesen Jahres: ein Helikopter des Typs H-145 von Airbus-Helicopters. Ein solcher ist beispielsweise auch in der Bundeshauptstadt als „Christoph Berlin“ im Einsatz, was dort im Juli 2016 eine Investition von neun Millionen Euro bedeutet hat. Dieser Hubschraubertyp ist für nächtliche Rettungseinsätze mit Nachtsichtgeräten optimal geeignet. Zu seinen Vorteilen zählt beispielsweise der geringere Geräuschpegel.

Es gibt also offenbar viel Wind um den ersten 24-Stunden-Hubschrauber Baden-Württembergs, der bald in Villingen-Schwenningen abhebt, aber nur wenig Lärm.

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