Das ebm-Papst-Stadion steht vor größeren Investitionen. Hintergrund ist der mögliche Aufstieg des FC Villingen in die Regionall
Das ebm-Papst-Stadion steht vor größeren Investitionen. Hintergrund ist der mögliche Aufstieg des FC Villingen in die Regionalliga. (Foto: Eich)
Marc Eich

Die Stadt will sich den Ausbau des ebm-papst-Stadions wohl einiges kosten lassen. Derzeit wird eine Vorlage für den Gemeinderat erarbeitet, der die Maßnahmen zeitnah absegnen soll. Denn die Zeit drängt.

Noch vor einem Jahr kämpfte der FC 08 Villingen um den sofortigen Wiederaufstieg aus der Verbandsliga Südbaden in die Oberliga Baden-Württemberg – nun klopft der Villinger Traditionsverein als Tabellendritter an die Tür zur Regionalliga. Zu rechnen war damit nicht. Doch der Höhenflug treibt vermutlich die Schweißperlen auf die Stirn von Bürgermeister und Stadtkämmerer – denn er hätte für die Stadt auch finanzielle Folgen. Sollte es tatsächlich zu einem Aufstieg kommen, müssen im ebmpapst-Stadion verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. Ende Januar trafen sich deshalb Vertreter der Stadtverwaltung, des Polizeireviers Villingen, des FC 08 und der Regionalliga Südwest zu einer Begehung im Friedengrund. Bereits hier wurde von der Stadt klar kommuniziert: Sollte der Verein tatsächlich den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse im Fußball schaffen, wäre der Ausbau des Stadions notwendig. Sonst gibt es für die Nullachter keine Spiellizenz.

Umfangreiches Paket

Doch was heißt das konkret? Vonseiten der Verwaltung wurde bislang lediglich verkündet, dass eine Prioritätenliste mit Zeitplan und eine Kostenaufstellung erstellt werden müsse. Laut Pressestelle wird derzeit eine Vorlage erarbeitet, die die Verwaltung noch diesen Monat in den Gemeinderat einbringen möchte. Aus gut unterrichteten Kreisen ist dabei zu hören, dass ein umfangreiches Maßnahmen- Paket geschnürt werden soll, um das Stadion auf den bestmöglichen Stand zu bringen. Doch das hat seinen Preis. Ersten Schätzungen zufolge sollen deutlich über zwei Millionen Euro investiert werden. Offenbar, so heißt es, geht der geplante Umbau sogar noch weiter, als von der Regionalliga bei einem möglichen Aufstieg gefordert. Eine der wichtigsten Maßnahmen sei beispielsweise der Bau eines separaten Gästeblocks mit eigener Kasse. Dieser muss mit Wellenbrechern ausgestattet sowie komplett umzäunt sein. Vorgesehen ist hierfür ein Standort auf der überdachten Stehtribüne. Dort waren zuletzt auch die zahlreichen Anhänger des SSV Reutlingen untergebracht worden – trotz der Nähe zu den Villinger Fans. Darüber hinaus werden größere Toilettenanlagen, Verpflegungsstände und weitere Zäune notwendig.

Die Fans diskutieren seit Jahren auch heiß die Installation eines Flutlichts für das Stadion. Wird dieser Traum der Nullachter bei einem Aufstieg wahr? Nicht zwingend. Denn gefordert wird von der Regionalliga lediglich ein Ausweichplatz mit Flutlicht in knapp 60 Kilometer Entfernung – hier könnte beispielsweise die Anlage des SC Freiburg ausreichen. Dennoch liegen offenbar Pläne vor, wonach zukünftig auch Abendspiele im Friedengrund stattfinden könnten.

Kommt Flutlichtanlage?

Das hat jedoch seinen Preis. Zwischen 350 000 und 500 000 Euro soll eine Flutlichtanlage kosten. Hinzu kommen, sofern die Stromstärke nicht ausreicht, die Kosten für eine Trafoanlage – bei vergleichbaren Stadien sind hierbei zusätzlich sechsstellige Beträge angefallen. Klar ist nur: Die Verantwortlichen sollten Gas geben. Die Umbaumaßnahmen mit höchster Priorität – beispielsweise der Bau des Gästeblocks – müssen bis zur neuen Saison fertig werden. Es bleibt demnach keine Zeit mehr abzuwarten, ob der Verein den Sprung in die Regionalliga tatsächlich schafft. Was das Thema „Kapazitätserhöhung“ betrifft, so spielen hierbei die für den Gästeblock angesprochenen Wellenbrecher eine Rolle. Die Untersuchung hierzu hat auch Probleme im Untergrund der Stehränge zum Vorschein gebracht. Denn sollten im gesamten Stadion Wellenbrecher installiert werden, müssen die Stehränge aufgrund von Schäden teilweise ausgetauscht werden. Das wäre eine der zahlreichen Vorgaben, um langfristig mehr als 4999 Zuschauer Eintritt ins ebm-papst-Stadion zu gewähren.

Zwar haben im Friedengrund rund 12 000 Zuschauer Platz, doch die Versammlungsstättenverordnung verhindert eine höhere Besucheranzahl. Angesichts der „Gefahr“, dass der Verein aufgrund seiner sportlichen Erfolge regelmäßig am DFB-Pokal teilnimmt und gegen Bundesliga-Teams antritt, äußerte der Verein bereits den Wunsch, die Kapazitäten im Friedengrund auszubauen. Neben Wellenbrechern sind laut Versammlungsstättenverordnung aber unter anderem Räume und besondere Aufstellflächen für Einsatzkräfte, Rettungswege und weitere Brandschutzmaßnahmen notwendig. (sbo)

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