Öffentlich Grillen: Nicht in Schwenningen

Lesedauer: 5 Min
Lisa Herfurth

Gesellige Abende, offenes Feuer und Saftiges vom Grill – aber bitte zuhause. Die Suche nach öffentlichen Grillstellen ist in VS-Schwenningen vergeblich. Zu hoch sind die Unterhaltungskosten. Die Folgen bekommt die Stadtverwaltung zu spüren.

Die Temperaturen sollen steigen, die Sonne lockt nach draußen und Grillfreunde freuen sich auf saftige Steaks und Grillgemüse. Doch wer in VS-Schwenningen nicht im heimischen Garten oder auf dem Balkon grillen kann, der schaut in die Röhre. Denn in der Neckarstadt gibt es keine öffentlichen Grillplätze. Das ist für Liebhaber der offenen Flamme nicht nur ärgerlich, sondern führt bei einigen sogar zu unerlaubten Handlungen.

Auf der Suche nach Ausweichmöglichkeiten wird auf nicht gekennzeichneten Flächen illegal gegrillt. Der Stadtverwaltung ist bekannt, dass auf Grünflächen, beispielsweise am Türnleberg und im Natzental, unerlaubt gegrillt wird. „Kontrolliert werden diese Orte von den regulären Streifen des Bürgeramtes“, sagt Oxana Brunner von der Pressestelle der Stadt. Früher gab es am Türnleberg eine Grillstelle, die zwar nicht öffentlich war, das Grillen wurde aber geduldet. Doch die Feuerstelle ist aus den genannten Gründen geschlossen worden, weshalb auch vorerst keine neuen Grillplätze gebaut werden. Die Besucher würden ihren Müll nach dem Grillen nicht mitnehmen und zerstörten das Inventar.

60 Euro Bußgeld

Das generelle Problem mit den öffentlichen Grillplätze ist laut stellvertretendem Forstamtsleiter Roland Brauner, „dass wir die Leute nie auf frischer Tat ertappen“. Die Zahl der gemeldeten Verstöße für unerlaubtes Grillen liegt laut Stadtverwaltung im unteren Bereich. Auch das Natzental ist Brauner als illegale Grillstätte nicht unbekannt. „Uns sind von dort auch Fälle von unerlaubtem Grillen bekannt. Wir müssen dann am Ende den Müll wegräumen. Das ist frustrierend“, sagt er.

In der Polizeilichen Umweltschutzverordnung von Villingen-Schwenningen wird das Zünden eines offenen Feuers außerhalb von zugelassenen Feuerstellen als Ordnungswidrigkeit beschrieben. Sollte dagegen verstoßen werden, droht ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro zuzüglich einer Verwaltungsgebühr. Feuerholz sammeln aus umliegenden Wäldern ist Diebstahl und wird ebenfalls belangt. „Gerade im Stadtbezirk Schwenningen sind zahlreiche Wälder in Privatbesitz“, erklärt Brunner. Die Folge ist eine Anzeige und je nach Wert des Holzes wird die Strafhöhe festgelegt. Offene Feuer, vor allem an unerlaubten Stellen, sind ein Risiko für die Allgemeinheit. „Vor allem im Sommer, wenn das umliegende Gras trocken ist, erhöht das die Brandgefahr“, erklärt Brunner.

Es bleibt nur ausweichen

Die Stadt hat zunehmend Probleme mit unerlaubter Müllablagerung. Gerade auch nach dem Grillen wird der Müll oftmals nicht mitgenommen. Die Essensreste locken Wildtiere immer weiter in die Stadt. Die liegen gebliebenen Glasscherben sind für Mensch und Tier gefährlich. „Leere Flaschen, aufgerissene Chipstüten und herum liegende Pappbecher sind leider ein ganz normaler Anblick nach einem sonnigen Wochenende“, berichtet Brunner. Sie erwähnt auch die Notdurft, die in der Regel vor Ort verrichtet wird. Daraus resultieren für die Stadt die bereits genannten hohen Unterhaltungskosten solcher Anlagen. Die Verletzungsgefahr, die hygienischen Probleme sowie die Schäden an öffentlichem Eigentum – wie die Brandlöcher im Rasen am Türnleberg – sind laut Pressesprecherin Brunner Gründe, weshalb die Stadt keine weiteren öffentlichen Grillplätze plant.

Was den Schwenningern letztlich bleibt, ist auf die drei öffentlichen Feuerstellen an der Romäusquelle in Villingen, in Pfaffenweiler und dem Groppertal, welche die Stadtverwaltung nennt, zurückzugreifen. (sbo)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen