Schau zeigt Geschichte der Russlanddeutsche

 Tänzerinnen des Tanzclubs Bravo umrahmten die Austellungseröffnung im Rathausfoyer.
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Tänzerinnen des Tanzclubs Bravo umrahmten die Austellungseröffnung im Rathausfoyer.

Seit Donnerstag macht die Ausstellung „Deutsche aus Russland“ in Tuttlingen Station. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit Sitz in Stuttgart hat die Geschichte der...

Seit Donnerstag macht die Ausstellung „Deutsche aus Russland“ in Tuttlingen Station. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland mit Sitz in Stuttgart hat die Geschichte der Auswanderungsbewegungen nach Russland in den vergangenen 250 Jahren bis zur Integration der Spätaussiedler in den 1990er-Jahren auf Stellwänden im Rathausfoyer dokumentiert. „Wir schätzen, dass im Landkreis Tuttlingen etwa 5000 Deutsche aus Russland leben“, sagte Oberbürgermeister Michael Beck. Schwerpunktmäßig hätten sie sich in Trossingen, Spaichingen und Aldingen niedergelassen. „Genaue Zahlen gibt es nicht, weil es sich um deutsche Staatsangehörige handelt“, erklärte er. Beck zog Parallelen zu den derzeitigen Flüchtlingsbewegungen. Auch in den 1990er-Jahren hätten Bürger die Ankunft der vielen Spätaussiedler mit Sorge und Skepsis betrachtet: „Heute schauen wir aber auf ein Beispiel gelungener Integration.“Der Leiter des Ausstellungsprojekts, Jakob Fischer, erklärte: „Voraussetzung für Integration ist auf einer Seite die Aufnahmebereitschaft, aber auf der anderen Seite auch der Willen, sich zu integrieren.“ Nur so könne man sich annähern. „Türöffner ist die deutsche Sprache“. Als Beispiele erfolgreicher Integration führte Fischer etwa die Sängerin Helene Fischer und Box-Weltmeisterin Christina Hammer an. „Russlanddeutsche ist ein Oberbegriff für Deutsche aus allen Staaten der ehemaligen Sowjetunion“, erklärte Fischer. Aufgemacht hatten sich die ersten Auswanderer 1765, als die deutschstämmige Zarin Katharina II ihnen nach dem Siebenjährigen Krieg ein besseres Leben in Russland versprach. „Wir würden sie heute als Armutsflüchtlinge bezeichnen“, stellte Fischer fest. Bereits mit dem Ersten Weltkrieg setzten Repressalien ein. Verhaftungen und Deportationen erreichten 1937/38 einen Höhepunkt. „1941 ordnete Stalin als Rache für Hitlers Angriff offiziell die Umsiedlung von 1,1 Millionen Russlanddeutscher von der Wolga an“, erklärte Fischer. Viele starben in Sibirien und Kasachstan durch Hunger und Zwangsarbeit.Zeitzeugin Frida Günter aus Tuttlingen schilderte, dass ihre Familie nach Sibirien in ein russisches Dorf verbannt wurde, wo sie sich nicht verständlich machen konnten, weil sie immer nur Deutsch gesprochen hatten. 1993 sei sie nach Deutschland gekommen und inzwischen sehr glücklich mit ihrer 70-köpfigen Familie in der Nähe.

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