Zum Jubiläum erklingen auch ungewöhnliche Instrumente

Lesedauer: 4 Min
 Beim Titel „Return to Middle Earth“ wird das Landesblasorchester im zweiten Teil des Konzerts vom neuen Kammerchor Heidenheim u
Beim Titel „Return to Middle Earth“ wird das Landesblasorchester im zweiten Teil des Konzerts vom neuen Kammerchor Heidenheim unterstützt. (Foto: Sabine von Döllen)
Sabine von Döllen

Es hat unter den 500 Besuchern im fast voll besetzten großen Saal der Stadthalle wohl kaum jemanden gegeben, der nicht überwältigt war von der virtuosen Umsetzung der Herr der Ringe-Sinfonie von Johan de Meij. Bereits im ersten Teil, der Sinfonie Nr. 1 „Lord of the Rings“, bewies das Landesblasorchester (LBO) sein herausragendes technisches Können und gratulierte dem Städtischen Blasorchester (SBO) zum 275. Bestehen.

Das Zusammenspiel entfaltete sich akkurat und genau. Fast konnte durch das analoge Spiel der Läufe das Gefühl entstehen, jedes Instrument sei nur einmal vertreten. Wenngleich es für den Zuhörer ohne Kenntnis der „Herr der Ringe“ Filme zu abstrakt war, die Deutungen der einzelnen Charaktere nachzuvollziehen. Dies tat dem Musikgenuss aber in keinster Weise Abbruch.

Ölfässer und Dobachi entführen in fremde Klangwelten

Hilfreich war die kurzweilige Einführung in die Handlung durch den Orchestersprecher Thomas Kuhn des LBO. Ungewöhnliche Instrumente wie Ölfässer, eine XXL-Basstrommel, funkelnd klingende chinesische Becken, mehr als ein halbes Dutzend Dobachi (japanische Tempelglocken) und gestimmte Gongs entführten das Publikum in fremde Klangwelten.

Im zweiten Teil, bei der Sinfonie Nr. 5 „Return to Middle Earth“, erfuhr das LBO Bereicherung durch den neuen Kammerchor Heidenheim mit seinen 75 Sängern. Der Solosopran wurde gesungen von Katarzyna Jagiello, was nicht bloße Begleitung war. Sie war integriert, ein Teil des Orchesters. Energiegeladen erhielt sie Klangfarbe durch den Chor, der sie stimmgewaltig unterstützte. Durch rhythmisches Stampfen, Schlagen von Steinen und fremdartige Sprechgesänge versprühten die Sänger eine immer größere Energie im Raum.

„Wussten Sie schon...?“ offenbart Interessantes aus 275 Jahren

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hielt es keinen Zuhörer mehr still auf seinem Platz. Der Saal vibrierte. Doch nicht nur das Landesblasorchester gratulierte zum Jubiläum. Oberbürgermeister Michael Beck beglückwünschte die Musiker im Namen der Stadt Tuttlingen und betonte: „Ich erlebe das Städtische Blasorchester als wichtigen Repräsentanten für unsere Stadt“. Als Zuwendung übergab er einen Scheck über 1375 Euro.

Eingebettet in ein rhetorisches Wortspiel „Wussten Sie schon …?“ konnte Vorsitzender Bernd Häcker in seinen Begrüßungsworten allerhand Amüsantes und Verwunderliches aus den vergangenen 275 Jahren des städtischen Blasorchesters berichten. Matthias Kremer vom Stadtverband für Musik gratulierte mit den Worten: „Ad multos annos – danke SBO.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen