Zukunft des Pfarrhauses wird diskutiert

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Alexander Grünenwald von der Bau-Wohn-Beratung Karlsruhe und Berta Heyl (von links) moderierten den Workshop „So wollen wir wohn
Schwäbische Zeitung
Andreas Aberle

Beim Workshop „So wollen wir wohnen“ in der Pfarrscheuer in Eßlingen ist intensiv über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten des Eßlinger Pfarrhauses diskutiert worden. Das Pfarrhaus bildet zusammen mit der Kirche St. Jakobus, dem Pfarrschöpfle und der Pfarrscheuer ein „Viergestirn“ im Ortskern.

Die Kirchengemeinde Eßlingen hat der Stadt die Pfarrscheuer/das Pfarrhaus auf Grund ihrer Zukunftsaufgaben zum Erwerb angeboten. Der laufende Unterhalt der St.-Jakobus-Kirche und eine erforderliche Erneuerung der Heizung stellen die Kirchengemeinde zukünftig vor finanzielle Herausforderungen. Die Stadt nahm das Angebot unter anderem zum Anlass, um im Rahmen des Workshops über mögliche Nutzungen – Stichwort: Interesse und Bedarf – mit den Menschen Vorort ins Gespräch zu kommen.

Nach der Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Emil Buschle stellte Alexander Grünenwald von der Bau-Wohn-Beratung Karlsruhe (BWK) zunächst in einem anschaulichen Vortrag Projekte für gemeinschaftsorientiertes Wohnen und Leben vor, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden und auch zahlreiche Landespreise erhielten.

Ideen sind zahlreich

In der anschließenden konstruktiven Diskussion wurde rasch deutlich, dass die Grundidee des gemeinschaftlichen Wohnens im Pfarrhaus bei den Workshopteilnehmern derzeit nicht an erster Stelle steht, da viele Eßlinger ihre häusliche Umgebung für wichtig halten. Zahlreiche Nutzungsideen wurden im ersten Workshop-Termin noch ohne weitere Gewichtung von den Teilnehmern zusammengetragen, unter anderem Soziales Netzwerk / Nachbarschafts-hilfe gegebenenfalls mit Umlandgemeinden aufbauen (Koordination im Pfarrhaus), denkbar auch Leihoma/Leihopa. Eine weitere Idee war eine Auswahl an regionalen Produkten, unter anderem Back- und Wurstwaren, Säfte, Marmeladen und mehr in Form eines Komm-In-Shops im Pfarrhaus anzubieten. Vorgeschlagen wurde zudem im Pfarrhaus Raum zu schaffen für die Jugend, die Theaterarbeit, ein Zimmer-Theater, ein Strickcafé, VHS-Kurse, die kirchliche Erwachsenbildung, eine Modellbau-Werkstatt, Ausstellungen und/oder die Heimatstube.

Als nächstes soll nun eine bauliche Untersuchung des Pfarrhauses erfolgen. Zudem soll der Platzbedarf der Kirchengemeinde bestimmt werden, da zahlreiche Gegenstände für besondere Festtage im Pfarrhaus lagern und auf Wunsch der Kirchengemeinde auch künftig möglichst in der Nähe der Kirche untergebracht werden sollten. Desweiteren empfahl Alexander Grünenwald eine Besichtigungsfahrt zu vergleichbaren Projekten und eine Ideenwerkstatt, zur weiteren Konkretisierung der Ideen mit interessierten Bürgern. Eine Abfrage zur Bereitschaft zu einer bürgerschaftlichen Beteiligung sowie die Klärung von möglichen Fördermitteln bilden weitere wichtige Schritte zur Umsetzung eines möglichen zukünftigen Nutzungskonzepts für das Pfarrhaus.

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