Zu viele Alkoholvergiftungen: Polizei startet Testkäufe in Tuttlingen

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 Die letzten Testkäufe in Tuttlingen waren (leider) erfolgreich.
Die letzten Testkäufe in Tuttlingen waren (leider) erfolgreich. (Foto: Simon Schneider/Archiv)
Schwäbische Zeitung

Ob Komasaufen oder die eigene Grenze nicht kennen – 41 Mal mussten Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren aus dem Landkreis Tuttlingen im Jahr 2017 ins Krankenhaus, weil sie zuviel getrunken hatten. Das teilen die Polizei und das Landratsamt Tuttlingen mit. Nun sind wieder Testkäufe geplant.

Neben den 41 Fällen gebe es erfassungsbedingt eine hohe Dunkelziffer, heißt es weiter. Hochgerechnet auf 10 000 Personen der Bevölkerungsgruppe der 13- bis 19-Jährigen betrug der Landesdurchschnitt 34,2 Fälle.

Tuttlingen liegt im vorderen Mittelfeld

Der Landkreis Tuttlingen lag mit 35,5 Behandlungsfällen knapp darüber, jedoch noch im vorderen Mittelfeld. Die mit 17,6 Fällen geringste Quote wies der Stadtkreis Mann auf, die höchste Quote mit 71,2 Fällen der Landkreis Freudenstadt.

Landesweit waren es 2 733 Kinder und Jugendliche im betreffenden Alter, die wegen Alkohols im Krankenhaus landeten, und zwar deutlich mehr Jungen (1575) als Mädchen (1158).

Jugendliche trinken zur Fasnet mehr

Ebenso zeigt die Statistik: Die Alkoholvergiftungen von Jugendlichen nehmen zur Fasnetszeit zu. Das Jugendamt des Landratsamtes Tuttlingen und das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Konstanz wollen deshalb dieses Jahr weitere Testkäufe starten.

Sie sollen in den kommenden zwei Wochen stichprobenartig im Kreisgebiet durchgeführt werden. Im Fokus steht der Verkauf von branntweinhaltigem Alkohol sowie Zigaretten an unter 18 Jahre alte Personen im Einzelhandel sowie an Tankstellenshops.

Jugendamt und Polizei appellieren an alle Vereine, die Fastnachtsveranstaltungen durchführen, beim Alkoholausschank die einschlägigen Vorschriften des Jugendschutzgesetzes zu beachten. Verstöße würden mit einem Bußgeld geahndet.

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