WRV zieht Reißleine: Ringer-Saison ist auf Eis gelegt

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Während die Kämpfe im Württembergischen Ringerverband bis 15. November ausgesetzt sind, geht es in den Bundesligen vorerst weite
Während die Kämpfe im Württembergischen Ringerverband bis 15. November ausgesetzt sind, geht es in den Bundesligen vorerst weiter. (Foto: Lothar Herzog)
Lothar Herzog

Während die Ringer-Bundesligisten beschlossen haben, trotz der derzeit stetig zunehmenden Corona-Infektionen die Saison fortzusetzen, hat der Württembergische Ringerverband (WRV) die Runde bis Mitte November auf Eis gelegt.

Am Wochenende überschlugen sich die Ereignisse im WRV. Nachdem die Oberliga Mitte der Woche von Sportreferent Manuel Senn (Kornwestheim) abgesagt wurde, weil von einst vier Mannschaften nur noch die KG Baienfurt übrig geblieben war, meldete am vergangenen Freitag Verbandsligist SV Dürbheim kurzfristig seine Mannschaft ab. Tags darauf zogen auch die Mitkonkurrenten KSV Winzeln, der einen positiv getesteten Athleten in seinem Kader hatte, und die KG Wurmlingen/Tuttlingen die Reißleine und sagten ihre Teilnahme an der Wettkampfsaison ab.

Dies betraf auch die zweiten Mannschaften dieser drei Vereine in der Bezirksklasse Schwarzwald-Alb-Bodensee. Während in der Verbandsliga ab 15. November mit den verbleibenden Klubs TSV Herbrechtingen, TSG Nattheim, KSV Neckarweihingen und SC Korb die Saison fortgesetzt werden soll, sagte ARGE-Staffelleiter Achim Schemel (Hornberg) die Runde ab, weil in der Bezirksklasse nur noch der AB Aichhalden III und die KG Baienfurt II vertreten waren.

Diesen beiden Teams ist es überlassen, nachdem der Vorkampf in Baienfurt schon stattgefunden hat, einen Freundschafts-Rückkampf in Aichhalden auszutragen. In einer Telefonkonferenz hat das geschäftsführende Präsidium des WRV mit Präsident Günter Maienschein (Tuttlingen) und den Vize-Präsidenten Matthias Thimm (Sport/Hardt) und Günter Prexl (Verwaltung/Tamm) beschlossen, die Mannschaftsrunde bis zum 15. November ruhen zu lassen und die weitere Entwicklung zu beobachten.

Auch wenn die Vereine mit viel Engagement und Aufwand die Kämpfe vorbereitet hätten, bleibe ein Restrisiko bestehen. Es stünden die Gesundheit und berufliche Existenzen auf dem Spiel. Es habe bereit Schließungen von Sporthallen im WRV-Verbandsgebiet gegeben. Dies habe das Präsidium veranlasst, zu handeln. Ihm sei bewusst, dass einige Vereinsverantwortliche diese Entscheidung mit Erleichterung aufnähmen, andere dies nicht nachvollziehen könnten. In Bälde werde eine Sportausschusssitzung stattfinden, in der die Wege zur Weiterführung der Verbandsrunde diskutiert würden. Dabei würden auch alle anstehenden Turniere und Meisterschaften beleuchtet. Nach wie vor sei man bemüht, den Ringkampfsport auch in schweren Zeiten mit der gebotenen Vorsicht weiter fortzuführen, heißt es in einem Schreiben des geschäftsführenden Präsidiums.

Auch die Bundesligisten tagten mittels Videokonferenz kurzfristig unter der Führung des Deutschen Ringerbundes (DRB). Im Mittelpunkt stand dabei die Einschätzung der Bundesligavereine zur pandemischen Entwicklung. Eine Mehrheit hat sich hier für die Fortführung der Kämpfe ausgesprochen, wodurch der Bundesligaausschuss beschloss, die Saison nicht abzubrechen. Hinsichtlich einer bestehenden Gefahr der Infektionsverbreitung kamen die Klubs zu dem Fazit, dass eine Infektionsgefahr während der Wettkämpfe aufgrund hervorragend umgesetzter Hygienekonzepte in den Sportstätten als äußerst gering betrachtet wird. Die Vereine haben sich im gegenseitigen Einvernehmen bereit erklärt, bei auftretenden Infektionsfällen Nachholkämpfe zu ermöglichen, um die sportliche Solidarität unter den Ringern zum Ausdruck zu bringen und ihren Sport weiterhin in der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

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