Women for Women: Menschen in Kenia-Projekt sind wohlauf

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 Christina Schreiber engagiert sich mit Women for Women für Frauen in Kenia
Christina Schreiber engagiert sich mit Women for Women für Frauen in Kenia (Foto: Privat)
Redaktionsleiter

Fast 40 Prozent der Menschen in Kenia leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Verein Women for Women aus Tuttlingen engagiert sich – auch unterstützt durch die Gelder der Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“ von Schwäbisch Media – in dem ostafrikanischen Land. Die Ausbreitung des Coronavirus ist nun auch dort zu spüren. Das Tuttlinger Projekt in Kitale ist davon aber kaum betroffen.

„Alle Frauen und deren Kinder, die von uns eine Kuh erhalten haben, sowie die 50 Frauen und Männer, die in unserem Home Based Care Programm aufgenommen worden sind, sind wohlauf“, berichtet der Vorsitzende Bernhard Schreiber, der den Verein zusammen mit seiner Frau Christina Schreiber führt. Ziel des Vereins ist es, alleinstehenden Frauen und Witwen eine Kuh zu kaufen, damit sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Zudem versorgen die Mitarbeiter von Women for Women vor Ort 50 besonders bedürftige Menschen, die gar nicht in der Lage wären, eine Kuh zu halten, jede Woche mit Grundnahrungsmitteln. „Viele von ihnen schlafen auf blankem Boden. Für diese kaufen wir Matratzen und Betten. Oder wir reparieren undichte Dächer und ersetzen kaputte Türen“, sagt Christina Schreiber.

Dass die Frauen, Männer und Kinder im nordwestlichen Kitale bisher kaum durch das Auftreten des Coronavirus eingeschränkt worden sind, liege sicher auch daran, mutmaßt Schreiber, weil man sich in einer „sehr abgelegenen Region Kenias nahe der Grenze zu Uganda befinde. Wir sind weit weg von den Hotspots Mombasa oder Nairobi.“

Dort sei die Lage allein wegen der Personendichte um einiges gefährlicher. „Ganz tragisch“, sagt Schreiber, sei die Situation für die Tagelöhner, die ihren Lebensunterhalt auf der Straße verdienen würden. „In den größeren Städten sind Ausgehverbote erlassen worden. Die Tagelöhner, in manchen Regionen sind das bis zu 80 Prozent der Beschäftigten, haben von heute auf morgen kein Einkommen mehr.“

Christina und Bernhard Schreiber werden vermutlich erst im nächsten Jahr wegen der Corona-Krise selbst nach Kenia reisen können. Sie stehen momentan dennoch in ständigem Kontakt über das Internet und sind über alle Abläufe sowie Aktivitäten informiert. „Unser Home Based Care Programm läuft reibungslos wie gewohnt“, meint Bernhard Schreiber. Eine Einschränkung hat die Ausbreitung des Coronavirus aber für die kenianischen Frauen und Männer des Women for Women-Projekts mit sich gebracht. Der Kuhmarkt ist derzeit geschlossen. „Unser Team wartet auf die Öffnung, damit wieder Kühe gekauft werden können.“ Bisher hat der Verein 683 Kühe an Witwen und alleinstehende Frauen übergeben.

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