Patric Heizmann spricht über Ernährung und den Diätwahn.
Patric Heizmann spricht über Ernährung und den Diätwahn. (Foto: pr)

Patric Heizmann, Ernährungs-Experte und Bestseller-Autor („Ich bin dann mal schlank“) kommt nach Tuttlingen. „Meine Gesundheit – mein Kapital!“ ist der Titel seines Comedy-Vortrags am Donnerstag, 20. September. Redakteurin Ingeborg Wagner unterhielt sich mit dem 44-Jährigen im Vorfeld über ein besonders angenehmes Thema: Essen.

Herr Heizmann – Sie behaupten, Diäten sind Quatsch.

Stimmt. Diäten funktionieren nicht. Sie simulieren einen Notstand. Der Körper reagiert mit Anpassungen, zum Beispiel des Schilddrüsenhormons, um dem Hungertod zu entgehen. Dazu kommt, dass wir unsere Ernährungsgewohnheiten über Jahrzehnte antrainiert haben, mit rund Tausend Mahlzeiten pro Jahr. Das schmeckt uns, das tut uns gut, das sättigt uns. Diese Gewohnheiten auf einen Schlag zu verändern, geht zwangsläufig schief.

Wie schaffe ich es dann, gesund, schlank und möglichst stressfrei zu werden oder zu bleiben?

Meine Strategie lautet, den inneren Schweinehund an einem Tag pro Woche auf die Schweinehundeschule zu schicken. Diesen Tag – egal welchen – nenne ich den perfekten Tag. An ihm halten wir uns an genau sieben Regeln.

Welche sind das?

Die verrate ich in meinen Vorträgen. Ich kann aber sagen, dass es immer leichter fallen wird, diese Regeln umzusetzen, wenn ich Woche für Woche feststelle, wie einfach das ist und wie gut mir das tut. Mehr noch: Auf unbewusster Ebene werde ich das, was mir besonders leicht gefallen ist, übernehmen. Damit stelle ich mein bisheriges Essprogramm infrage und lasse neue Möglichkeiten zu – ganz ohne Druck. Das ist besonders wichtig, denn wir haben im Beruf oder dem familiären Umfeld genug Herausforderungen zu bewältigen, da brauche ich nicht auch noch eine beknackte Diät.

Wie definieren Sie schlank? Nach dem BMI? Nach der Kleidergröße?

Der BMI berücksichtigt die Muskulatur nicht. So kann jemand schlank aussehen, aber innere Organverfettungen haben, und die sind gefährlich. Ich schlage vor, in den Spiegel zu schauen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die einem an sich gefallen. Dann den Körper einmal anspannen und kräftig schütteln. Wenn man nach 30 Sekunden nicht lacht oder weint, ist eigentlich alles in Ordnung.

Warum ist es erstrebenswert, schlank zu sein?

Gute Frage. Erst einmal sollte sich jeder überlegen, warum oder für wen er schlank sein will. Frauen haben in der Regel einen höheren Druck, weil sie viel mehr am Äußeren gemessen werden als Männer. Man sollte sich klar machen, was man für sich gewinnen will oder glaubt, durch Schlanksein gewinnen zu können. Ein anderer Aspekt ist das Thema Gesundheit. Stellen Sie sich vor, Sie schleppen den ganzen Tag einen Kasten Wasser mit sich herum. Das ist eine sehr anstrengende Arbeit. Vielleicht motiviert das, zehn oder 15 Kilo abzunehmen, denn es erleichtert den Alltag.

Welche Ernährungsmythen sind Schwachsinn?

Dass Eier den Cholesterinspiegel erhöhen, ist völliger Quatsch. Das ist längst vom Tisch und basiert auf Annahmen aus dem 19. Jahrhundert. Ein weiterer Mythos lautet, dass Fruchtsäfte gesund sind. Das Gegenteil ist der Fall, sie haben zum Teil mehr Zucker als Cola. Eine Ausnahme sind aber selbst gemachte grüne Smoothies.

Chips und Cola: Werden Sie auch mal schwach? Oder eher bei Gummibärchen?

Nein, bei mir ist es Schokolade. Schokolade und Pflaumenkuchen. Beides mag ich gerne, esse es aber nie, wenn ich Hunger habe. Diesen Hungerast durch Unterzucker habe ich ohnehin nicht mehr, durch meine Art der Ernährung.

Verraten Sie vielleicht doch noch ein paar Ihrer Regeln?

Das nicht, aber ich kann versprechen, dass ich diese Regeln den Menschen bei meinem Vortrag sehr unterhaltsam vermitteln werde. Was ich mache, ist Comedy mit Mehrwert, Comedy mit Nährwert. Die Menschen werden den ganzen Abend lachen. Und wer lacht, isst in dem Moment nicht.

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