VHS-Vorträge auch per Live-Stream

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Das Herbst-Wintersemester der Volkshochschule Tuttlingen kombiniert mehr als tausend analoge und digitale Angebote.
Das Herbst-Wintersemester der Volkshochschule Tuttlingen kombiniert mehr als tausend analoge und digitale Angebote. (Foto: Ingeborg Wagner)

Weitere Informationen zum neuen Programm gibt es unter

www.vhs-tuttlingen.deEin Video finden Sie unterwww.schwaebische.de/tuttlingen

Mit dem Schwerpunktthema Mobilität und Urbanisierung startet die Volkshochschule Stadt und Kreis Tuttlingen in das Herbst-/Wintersemester. Der renommierte Stadt- und Verkehrsplaner Professor Heiner Monheim kommt zu einem Vortrag „Klimafreundlich mobil in der Stadt“ nach Tuttlingen. Um die Themen vor Ort ansprechen zu können, gibt es im Vorfeld einen Workshop mit interessierten Bürgern und Vertretern der Verwaltung.

Mobilität hat aber noch eine andere Facette. Unter dem Schlagwort „VHS.digital“ werden Vorträge per Live-Stream in die Seminarräume übertragen. Über eine Online-Plattform können sich die Teilnehmer aktiv an der Diskussion beteiligen. „Das probieren wir einfach mal aus“, sagt VHS-Leiter Hans-Peter Jahnel. Auf diese Weise wird zum Beispiel der Vortrag der Soziologin Sabine Pfeiffer mit dem Titel „Was wird aus unseren Arbeitsplätzen?“, Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt, vonstatten gehen (Mittwoch, 28. November). Professor Gerald Lembke schließt sich am 5. Dezember mit „Zwischen digitaler Demenz und digitaler Intelligenz“ an. Seine Fragestellung lautet: „Lernen wir besser digital?“

Digitale Lernmodule halten auch in den klassischen Kursen der Tuttlinger Volkshochschule Einzug, erklärt Jahnel. So wurde eine VHS-Cloud entwickelt, die als Lernplattform für jeden Kurs verwendet werden kann. Nur die jeweiligen Kursteilnehmer können die Inhalte abrufen, zum Beispiel, wenn sie einen Kursabend verpasst haben. Zudem gibt es auch in diesem Semester wieder etliche Webinare, also reine Online-Kurse, die die Teilnehmer von zu Hause aus belegen können.

Winfried Hermann kommt

Zurück zur klassischen Mobilität: Für das Schwerpunktthema konnte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gewonnen werden. Er wird in einem Vortrag am 17. Januar zu „Mobilität der Zukunft – Zukunft der Mobilität“ sprechen. Der technische Betriebswirt Oliver Bald aus Immendingen erklärt in einem Abendseminar, wie er sein Serienfahrzeug mit Benzinmotor in ein vollelektrisches Fahrzeug mit offizieller Zulassung umgebaut hat (Mittwoch, 5. Dezember). Der Bereich Urbanität wird neben mehreren Exkursionen unter anderem mit einer Besichtigung der Tuttlinger Moschee, die derzeit im Bau ist, abgedeckt (Dienstag, 23. Oktober).

Zum Stichwort Integration hat die Tuttlinger VHS einige Angebote. Jahnel hebt besonders den Besuch des deutschen Journalisten Hasnain Kazim heraus (Dienstag, 22. Januar). Der Mann mit indisch-pakistanischen Wurzeln, der für Spiegel und Spiegel online schreibt, bekommt immer wieder hasserfüllte Leserzuschriften aufgrund seines fremd klingenden Namens. Auszüge dieser Ergüsse hat Kazimin seinem neuen Buch „Post von Karlheinz: Wütende Mails von richtigen Deutschen und wie ich ihnen antworte“ zusammengefasst.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel ging in einer seiner August-Ausgaben hart mit den Volkshochschulen ins Gericht. Die Titelstory befasste sich mit Esoterik. Kritisiert wird darin unter anderem, dass „fragwürdiges alternativ-medizinisches Verfahren“ an den Bildungseinrichtungen gelehrt werde.

Rund 1100 Kurse und Veranstaltungen hat die VHS Tuttlingen kreisweit im Angebot. Darunter auch ein Vortrag zu Bach-Blüten und Ausführungen von Heilpraktikern zu Übersäuerung, Ablagerungen im Magen-Darmtrakt und zur Gewichtsreduktion. Jahnel reagiert gelassen: „Wir sind eine zertifizierte Volkshochschule und müssen Qualität nachweisen.“ Diese sieht er bei den Kursleitern – alles Heilpraktiker, „die vor einer strengen Kommission eine Prüfung ablegen mussten“, wie er sagt – gegeben. Neben der Schulmedizin biete die VHS Tuttlingen auch alternative Methoden an, „ohne diese zu propagieren“.

Er schaue sich genau an, welche Angebote er ins Kursprogramm aufnehme. Kinesiologie, Tarotkarten oder Astrologie kämen zum Beispiel nicht infrage.

Weitere Informationen zum neuen Programm gibt es unter

www.vhs-tuttlingen.deEin Video finden Sie unterwww.schwaebische.de/tuttlingen

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