Vermeintlicher Drogen-Boss in Wirklichkeit unschuldiger Familienvater

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Lesedauer: 7 Min
360 Tage zu Unrecht im Gefängnis
Buen Nuhiji steht vor der Außenstelle Villingen-Schwenningen der Justizvollzugsanstalt Rottweil. Er saß hier 360 Tage lang zu Unrecht als vermeintlicher Boss einer internationalen Drogenbande in U-Haft. (Foto: Sebastian Gollnow)
Deutsche Presse-Agentur
Aleksandra Bakmaz

Das Land Baden-Württemberg hat in diesem Jahr bisher rund 3,4 Millionen Euro an Menschen ausgezahlt, die zu Unrecht im Gefängnis saßen. Darin enthalten sei eine Haftentschädigung sowie Schadenersatz für laufende Kosten wie Miete, teilte das Justizministerium Baden-Württemberg. Der Wert sei seit einigen Jahren konstant, sagte ein Sprecher.

Im vergangenen Jahr wurden 4,4 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt. 2018 waren es rund vier Millionen Euro. Seit dem 8. Oktober beträgt die Haftentschädigung in Deutschland nicht mehr 25, sondern 75 Euro pro Tag.

Wie viele Menschen im Südwesten unschuldig im Gefängnis saßen, konnte das Justizministerium nicht sagen. Dazu gebe es keine zentrale Statistik. „Es ist jedoch nach den praktischen Erfahrungen davon auszugehen, dass der Anteil der Fälle sehr gering ist“, erklärte ein Sprecher.

Buen Nuhiji wird 2018 von einem Sonderkommando festgenommen. Mehr als ein Jahr verbringt er in Untersuchungshaft, dann darf er gehen. Sein Sohn aber leidet bis heute unter den Folgen der Festnahme.

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Das Land Baden-Württemberg hat in diesem Jahr bisher rund 3,4 Millionen Euro an Menschen ausgezahlt, die zu Unrecht im Gefängnis saßen. Darin enthalten sei eine Haftentschädigung sowie Schadenersatz für laufende Kosten wie Miete, teilte das Justizministerium Baden-Württemberg. Der Wert sei seit einigen Jahren konstant, sagte ein Sprecher.

Im vergangenen Jahr wurden 4,4 Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt. 2018 waren es rund vier Millionen Euro. Seit dem 8. Oktober beträgt die Haftentschädigung in Deutschland nicht mehr 25, sondern 75 Euro pro Tag.

Wie viele Menschen im Südwesten unschuldig im Gefängnis saßen, konnte das Justizministerium nicht sagen. Dazu gebe es keine zentrale Statistik. „Es ist jedoch nach den praktischen Erfahrungen davon auszugehen, dass der Anteil der Fälle sehr gering ist“, erklärte ein Sprecher.

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