Unterstützung für Kenia, Ghana & Co.

Redakteurin

Mehr als eine Million Euro kommt bei der Spendenaktion der Schwäbischen Zeitung jedes Jahr zusammen. Im Kreis Tuttlingen werden bei der Ausschüttung etwa zehn Hilfsprojekte jährlich bedacht. Aus Tuttlingen und Umgebung sind diesmal eine Reihe neuer Projekte dabei.

Da wäre etwa das Hilfsprojekt von Jana Winterhalter, die in Tuttlingen aufgewachsen ist. Sie versteht sich selbst als „Brückenbauerin zwischen Kenia und Deutschland“. Nach dem Abitur verbrachte die heute 28-Jährige ein Jahr in gemeinnützigen Projekten in Kenia. Dabei ist sie hängengeblieben, wie sie selber sagt. „Weder die Projekte noch die Kultur haben mich wieder losgelassen.“ In Zentralkenia in der Region Kirinyaga versucht sie nun gemeinsam mit etwa 15 Mitstreitern, das Projekt „FaMoja“ auf die Beine zu stellen. Es geht darum, ökologische Landwirtschaft mit nachhaltigem Tourismus zu verbinden. Dabei soll eine ökologische Demofarm etabliert werden, der den regionalen Bäuerinnen und Bauern die Kraft ihrer lokalen Ur- und Heilpflanzen aufzeigt – ganz im Gegensatz zu aus dem Westen importiertem, teils genmanipuliertem, Saatgut. Es gibt bereits ein Grundstück, auch 200 Bäume wurden schon gepflanzt, ein Reisfeld angelegt, ein Zaun und ein Tor errichtet. Nun soll ein Brunnen dazukommen, um einen Ort der Selbstversorgung zu gewährleisten. Weil der Bau sich nicht ganz einfach gestaltet, hofft Winterhalter auf Unterstützung durch Spenden.

Neu dabei ist auch die Katholische Kirchengemeinde Renquishausen. Anja Kloos und andere Mitstreiter unterstützen dort das Projekt von Pfarrer Bonaventure Kambotuu in Ghana. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Schul- und Ausbildungsstand der Kinder und Jugendlichen in der ärmsten Region Ghanas zu verbessern und ihnen eine Chance auf Schulbildung zu geben. Ein Kindergarten, eine Grund- und weiterführende Schule sowie ein Ausbildungszentrum wurden geschaffen. Allerdings kämpft die Region gerade mit Schäden durch Überschwemmungen, ein Großteil der Ernte wurde vernichtet. Der Kirchengemeinde geht es nun darum, den Kindern ein warmes Mittagessen zu finanzieren. „Schon mit 30 Euro kann man ein Kind mit einer warmen Mahlzeit für fünf Monate an fünf Tagen pro Woche unterstützen“, erklärt Anja Kloos.

Nach einigen Jahren Pause wieder dabei ist der Verein „Helfen wo Christen leiden – wo Kinder Hilfe brauchen“ des Möhringers Sebastian Braun. Er unterstützt, wie schon sein Vater vor ihm, Kinder in Indien. Meist ein bis zwei Mal im Jahr reist Braun nach Indien, um vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Der Verein ist im Südosten Indiens tätig und hilft Kindern, die ihre Eltern verloren haben. Er hat dort Waisenheime aufgebaut und arbeitet nun an einer Schule, die auch in den kommenden Jahren unterhalten werden muss. Im Verein ist man überzeugt: „Je besser und umfassender die Kinder unterrichtet werden, desto größer sind auch ihre Chancen als Erwachsene für sich und ihre Familien sorgen zu können.“

Auch zwei bewährte Projekte sind wieder mit dabei: Women for Women, die Initiative von Christina und Bernhard Schreiber, vermittelt in Kenia Kühe an Witwen oder alleinerziehende Frauen, sodass diese sich finanziell selbst versorgen. Zudem versorgen die Mitarbeiter vor Ort 50 besonders bedürftige Menschen, die gar nicht in der Lage wären, eine Kuh zu halten, jede Woche mit Grundnahrungsmitteln. In Marokko tut Stefanie Tapal-Mouzon alles, um die Bildung von Kindern, aber auch Frauen voranzutreiben. An ihrem Campus vivante ist dieses Jahr das erste Alphabetisierungsangebot gestartet. An fünf Nachmittagen lernten insgesamt fast 70 Frauen Lesen, Schreiben, Rechnen – ein Pilotangebot, das fortgeführt werden soll. Seit Oktober lernen die Frauen nun in den neuen Räumlichkeiten der Académie vivante und das Bildungsangebot dort wird stetig weiter ausgebaut.

Darüber hinaus werden einige Projekte der Caritas, zum Beispiel das Upcycling-Label „Buntgut“ unterstützt. In Trossingen erhalten die Projekte „TroGuDu“ und der Verein „Ich helfe dir“ Unterstützung. Die Spaichinger Leser helfen dieses Jahr Missionaren, die in verschiedenen Ländern die Bildung von Kindern und Jugendlichen voranbringen und Fluchtursachen bekämpfen wollen.

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