Tuttlinger Triathletinnen testen schwedischen Trendsport

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Eigentlich wollten Ilka Diener und Silvia Steinert von den Tuttlinger Sportfreunden in diesem Jahr bei verschiedenen Triathlons an der Startlinie stehen. Doch die sind coronabedingt alle abgesagt. Deshalb haben sich die beiden Frauen entschieden, bei einem „Swimrun“ – einem ungewöhnlichen Wettkampfformat aus Schweden – mitzumachen. Ilka Diener berichtet über die Erfahrungen in dieser noch weitgehend unbekannten Sportart.

„Vom Triathlon sind wir es gewohnt zu schwimmen und zu laufen. Auch wenn meistens dazwischen noch Rad gefahren wird. Wir merkten schnell, dass ein Swimrun nicht viel mit einem normalen Triathlon zu tun hat. Es gibt keine Wechselzone und man trägt die gesamte Ausrüstung bei sich. Außerdem gibt es einen ständigen Wechsel zwischen Schwimmen und Laufen“, sagt sie.

Bevor es mit dem Wettkampf am Ilmensee losging, wurde die Ausrüstung erst einmal einem Test im Tal-

heimer Badesee unterzogen. Dabei stellten Diener und Steinert fest, dass das Schwimmen mit Schuhen kein Problem war. „Vor allem deshalb, weil man eine Auftriebshilfe benutzen darf, die man sich zwischen die Beine klemmt.“ Auch das Laufen in nassen Schuhen war nicht hinderlich. Die TSF-Sportlerinnen hatten leichte Laufschuhe gewählt, aus denen das Wasser ablaufen konnte. Auch für das Laufen in einem Neopren-Anzug war eine Lösung gefunden.

Eine weitere Herausforderung gab es dann doch noch. Der Wettkampf muss im Zweierteam bewältigt werden. Weiter als zehn Meter darf man sich während des gesamten Rennens nicht von seinem Partner entfernen. Beim Laufen ist das kein größeres Problem. Weil Diener aber schneller als Steinert schwimmt, hatten die Frauen schon Bedenken. „Wie soll man sich im Wasser unter all den Teilnehmern im Auge behalten?“, fragte sich die Diener. Die Lösung fand sich in den Wettkampfregularien. Diese erlauben, dass die Partner durch ein Zugseil miteinander verbunden sein dürfen. „Das ist cool, da schwimm ich ja viel schneller“, freute sich Steinert beim ersten Test. Und auch Diener war zufrieden. Denn das Seil störte nicht und das „Zusatzgewicht habe ich kaum gemerkt“.

Am Ilmensee meldeten sich die TSF-Triathletinnen für die Sprintdistanz an. Acht Kilometer waren zurückzulegen, 1,8 Kilometer davon im Wasser. Im Corona-Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern sind mehrere Startlinien aufgezeichnet, an denen sich die 100 Teilnehmer aufstellen. Nach 400 Metern zu Fuß geht es ins Wasser. Das Schwimmen mit Seil funktioniert hervorragend. Die Strecke will aber kein Ende nehmen. Mit Partner im Schlepptau und ohne Beinschlag ist es auf Dauer doch ganz schön ermüdend, sagt Diener. Es folgt der stetige Wechsel zwischen Laufen und Schwimmen – verbunden mit dem An- und Ausziehen der Ausrüstung. Nach 1:18,53 Stunde sind die Frauen im Ziel. „Das hat Spaß gemacht“, sind sie sich einig. Von 22 Teams im Sprintbereich landen sie auf dem 14 Platz. „Allerdings waren viele vor uns auch gut 30 Jahre jünger als wir“, meint Diener. „Wir haben uns dafür ganz gut geschlagen.“ Bei den reinen Damen-Teams landen Diener/Steinert auf Platz fünf.

Im Vergleich zum Triathlon hat Steinert das Radfahren schon ein bisschen gefehlt. Diener fand den Wechsel zwischen Laufen und Schwimmen abwechslungsreich und erfrischend. „Besonders gut gefallen hat mir jedoch, dass man die Strecke zusammen bewältigt und so ein schönes Gemeinschaftserlebnis hat“, sagt Diener. Es wird wohl nicht der letzte Swimrun der beiden Tuttlingerinnen bleiben.

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