Tuttlinger Sportangelverein feiert 100. Geburtstag

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 Michael Strub ist seit 23 Jahren Vorsitzender des Sportangelvereins Tuttlingen. Für ihn hat Angeln „Suchtfaktor“.
Michael Strub ist seit 23 Jahren Vorsitzender des Sportangelvereins Tuttlingen. Für ihn hat Angeln „Suchtfaktor“. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Der Sportangelverein (SAV) hat in Tuttlingen eine lange Tradition. In diesem Jahr feiern die Mitglieder das 100-jährige Vereinsjubiläum mit einem Festakt im Mai.

Michael Strub, der seit 23 Jahren Vorsitzender des Sportangelvereins Tuttlingen ist, kann auf mehrere Jahrzehnte der Vereinsgeschichte zurückblicken und stellt dabei fest: „Wir haben einen unwahrscheinlich guten Zusammenhalt und wir können uns auf jeden einzelnen verlassen.“

Beim Blick zurück, stellt er fest, dass das Sportangeln im Verlauf der Zeit immer weniger der Nahrungskette diene und dafür mehr dem Erlebnis in der Natur sowie deren Hege und Pflege darstelle. „Als ich im Verein eingestiegen bin, war die Fischentnahme wichtiger als heute.“ Und auch künftig werden laut der Einschätzung Strubs die Sportangler mit Änderungen zu rechnen haben. „Der Wassermangel wird eine Herausforderung darstellen, die Artenvielfalt im Gewässer und deren Erwärmung.“

„Der Platz ist ein Traum“

Die Heimat des SAV Tuttlingen dürfte wohl mit Abstand die schönste Kulisse aller Vereinsheime im Landkreis bieten. Umgeben vom Gewässer in der Möhringer Vorstadt ist das unscheinbare Gelände der Dreh- und Angelpunkt des Vereins und ein zentraler Treffpunkt für die Mitglieder und deren Familie – vor allem im Sommer zur Grillsaison. „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Der Platz ist wie ein Traum und ein Stück Heimat für unsere Mitglieder geworden“, findet Strub. Seit etwa dem zweiten Weltkrieg ist dort der Sportangelverein untergebracht und hat sich an diesem Standort entwickelt.

Vor allem seien es die Arbeitseinsätze, die das Vereinsleben darstellen. Davon gäbe es jährlich allein bis zu drei auf dem Vereinsgelände. Beim Stadtfest sind die Sportangler seit 30 Jahren eine feste Größe. „Gemeinsames Arbeiten verbindet uns“, merkt Strub an, der derzeit 118 Mitglieder registriert – eine stabile Zahl. Auch bei der Landschaftspflege packen sie mit an – und das mit Erfolg: „Die Verschmutzung der Donau hat in den vergangenen 20 Jahren stark nachgelassen“, stellt Strub erfreulicherweise fest. Neben zwei Angelveranstaltungen des Vereins, wie das Anfischen verteilen sich aber die Aktivitäten über das Jahr auf die verschiedenen gepachteten Gewässer.

Der Verein hat unter anderem Teilbereiche der Donau auf der Gemarkung Tuttlingen gepachtet, das Fischereigewässer der Familie von Enzberg von Nendingen bis zur Gemarkung nach Fridingen, ein Teilbereich der Elta und die Lippach auf der Gemarkung Mühlheim. Damit bietet der Verein seinen Mitgliedern unterschiedliche Gewässer an und alle Facetten des Angelns. Ein „Privileg“, nennt es Strub. „Das Angeln hat viele Facetten. Vom Ansitzangeln bis hin zum Fliegenfischen, das eine körperlich aktive Angelei gegen die Strömung im Gewässer darstellt, ist alles dabei“, sagt Strub, der beispielsweise schon Forellen um die 50 Zentimeter oder Hechte mit über einem Meter fing. In der Donau seien aber überwiegend Weißfische verbreitet.

„Angeln ist wie eine Passion und hat auch einen Suchtfaktor. Je mehr man zum Angeln geht, je mehr will man“, erklärt der leidenschaftliche Sportangler. Eine durchschnittliche Angelzeit gäbe es nicht.

Oft führen Zufälle zum Angeln

Welches Rüstzeug einer mitbringen sollte, der ein Sportangler werden will, weiß Strub genau: „Er sollte in vor allem viel Spaß in der Natur haben. Meistens sind es Zufälle, die zum Angeln führen, wie durch Freunde und Bekannte. Diejenigen, die das Angeln für sich entdeckt haben, bleiben diesem Hobby meist treu“, beobachtet der SAV-Vorsitzende. Anglerinnen seien „rar“, so Strub. Wer sich für das Sportangeln interessiert, dürfe übrigens nicht ohne weiteres bei dem Tuttlinger Verein mitmachen, denn ab dem 16. Lebensjahr brauche jeder Angler in Baden-Württemberg eine erfolgreich absolvierte Sportfischerprüfung, Jugendliche müssten einen Jugendfischereischein erwerben. Ein Ausprobieren wie bei anderen Hobbys sei nicht zulässig.

Am Samstag, 18. Mai, feiern die Sportangler fernab der Gewässer ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum mit einem Festbankett in den Nendinger Donau-Hallen. Dazu werden unter anderem neben den Mitgliedern, auch Verbandsvertreter, Nachbarvereine sowie Vertreter der Stadt und Politik dabei sein. Umrahmt wird der Festakt mit einem Unterhaltungsprogramm.

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