Tuttlingen zieht Kopf aus der Schlinge

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 Andreas Kohler blieb beim 9:2-Sieg des TTC Tuttlingen in Ergenzingen ungeschlagen.
Andreas Kohler blieb beim 9:2-Sieg des TTC Tuttlingen in Ergenzingen ungeschlagen. (Foto: hkb)

Der TTC Tuttlingen hat in der Tischtennis-Verbandsliga in letzter Sekunde die Teilnahme an der Abstiegsrelegation verhindern können. Zunächst trugen die Blau-Weißen mit einem 9:2-Sieg beim TTC Ergenzingen ihren Teil zur Rettung bei – und dann patzte die Konkurrenz. Allerdings nicht die, auf die man eigentlich gesetzt hatte.

Mannschaftskapitän Thomas Fader schickte folgende Botschaft in die WhatsApp-Gruppe: „9:1 für Donzdorf“. Gewiss, nur ein nüchternes Ergebnis, aber eine Zahlenfolge, bei der jeder Tuttlinger wusste, was gemeint war: Dieser hohe Sieg des Tabellenzweiten über Neckarsulm verschafft den Tuttlingern den entscheidenden Vorsprung. Zu diesem Zeitpunkt war die Mannschaft nach der Nervenschlacht vom Vortag nicht mehr zusammen, doch jeder feierte für sich allein den sicheren Nichtabstieg, hatte doch eigentlich niemand mehr auf fremde Hilfe gesetzt. So waren es bei Punktgleichheit letztlich zwei Spiele, die den Unterschied zwischen dem TTC und der Sportunion aus Neckarsulm ausmachten. Wäre Neckarsulm also in Donzdorf nur auf vier Punkte gekommen, hätten die Tuttlinger den bitteren Gang ins Relegationsturnier antreten müssen.

Keine Sindelfinger Schützenhilfe

Eigentlich hatten die Donaustädter ihre Hoffnungen in den VfL Sindelfingen gesetzt. Der Aufsteiger war wegen des deutlich besseren Spielverhältnisses bereits vor dem letzten Spieltag nicht mehr abstiegsgefährdet und musste beim TTC Mühringen antreten. Bei jenen Mühringern also, die sich noch eine Woche zuvor in Tuttlingen recht desolat präsentiert hatten. Doch die Mannschaft um Spitzenspieler Markus Teichert bot am letzten Spieltag noch einmal alles auf, was der Mannschaftsmeldebogen hergab: einschließlich des verletzten Attila Namesztovszki, der in Tuttlingen noch mit Krücken in die Halle gehumpelt war und seine Spiele kampflos abgegeben hatte. Das Risiko sollte sich aber für die Mühringer bezahlt machen: Allein das vordere Paarkreuz holte mit den beiden Doppelsiegen sechs Punkte gegen einen Gegner, der freilich nur mit einer Rumpftruppe angetreten war.

Die Tuttlinger waren nach ihrem schnell herausgespielten Erfolg über Ergenzingen noch rasch ins benachbarte Mühringen gefahren, um dort dieses für sie so wichtige Spiel im Kreise der etwa 200 begeisterten Zuschauer mitzuverfolgen. Die einzigen, die im Hexenkessel der kleinen Mühringer Halle nicht begeistert waren, waren die auf Schützenhilfe hoffenden Gäste von der Donau. Denn nach dramatischem Spielverlauf holten sich die Mühringer einen 9:7-Erfolg über Sindelfingen, was dem kleinen Verein aus dem Teilort von Horb den Nichtabstieg sicherte.

Am glücklichsten über den Klassenerhalt dürfte Niki Schärrer, der Schweizer im Dress der Tuttlinger, gewesen sein. Dessen Hochzeit fällt exakt auf den Termin der Abstiegsrelegation – ein Datum, das die Tuttlinger vor der Saison nicht auf dem Schirm hatten. Nachdem nun alle Blau-Weißen an diesem Tag frei haben, steht einer unbeschwerten Feier in Basel nichts mehr entgegen.

Schwierige Saison

Mit diesem nervenzerfetzenden Spieltag ging für die Tuttlinger eine schwierige Saison zu Ende, musste man doch lange Zeit auf die beiden Stammspieler Marian Pudimat und Thomas Fader verzichten. Beide konnten in der Schlussphase der Meisterschaft wieder eingreifen und trugen mit ihren Leistungen dazu bei, dass der Klassenerhalt auf den letzten Metern geschafft wurde.

TTC Mühringen – TTC Tuttlingen 2:9. Die Spiele im Einzelnen (Tuttlinger Spieler zweitgenannt): Christoph Hörmann/Michael Hörmann – Marian Pudimat/Thomas Fader 1:3 (7:11, 11:1, 3:11, 9:11); Moritz Schulz/Markus Frank – Detlef Stickel/Volker Schneider 0:3 (7:11, 10:12, 3:11); Jochen Raff/Robin Kaiser – Niki Schärrer/Andreas Kohler 0:3 (7:11, 7:11, 5:11); Ch. Hörmann – Volker Schneider 1:3 87:11, 6:11, 11:5, 9:11); Schulz – Stickel 0:3 (7:11, 3:11, 5:11); Raff – Schärrer 3:2 (4:11, 11:7, 10:12, 11:7, 11:7); Frank – Pudimat 0:3 (6:11, 8:11, 8:11); M. Hörmann – Kohler 1:3 (8:11, 5:11, 13:11, 8:11); Kaiser – Fader 1:3 (11:7, 4:11, 6:11, 4:11); Ch. Hörmann – Stickel 3:2 (5:11, 11:9, 13:15, 11:7, 11:8); Schulz – Schneider 1:3 (8:11, 11:9, 7:11, 5:11).

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