Tuttlingen will digital werden

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Dokumente über die Internetseite der Stadt beantragen. Das könnte in Zukunft möglich werden.
Dokumente über die Internetseite der Stadt beantragen. Das könnte in Zukunft möglich werden. (Foto: Krüger)

Die Stadt Tuttlingen will in Sachen Digitalisierung einen weiteren Schritt vorangehen. Dafür soll jetzt eine eigene Stelle geschaffen werden. In Zukunft soll sich ein Ausschuss des Gemeinderats mit Themen rund um Digitalisierung beschäftigen.

Bürgerbeteiligung über das Internet, Personalausweis am Automaten verlängern und Online-Terminvereinbarung im Bürgerbüro. Damit all das nicht nur Zukunftsmusik bleibt, will die Stadt eine neue Stelle schaffen. Ein Digitalisierungs-Manager soll in Zukunft die Umsetzung solcher Projekte im Rathaus betreuen. Kostenpunkt der neuen Stelle: 69 000 Euro pro Jahr. Darüber hat am Montag der Ausschuss für Verwaltung und Finanzen beraten und mit einer Gegenstimme für die Einrichtung der Planstelle gestimmt.

Externer Berater für Digitales

„Man kann bei dem Thema viel Geld vergraben“, sagte Jürgen Kientz, Professor für Verwaltungsmanagement an der Hochschule Kehl in der Sitzung. Er berät die Verwaltung beim Projekt „Digitalisierung der Stadt Tuttlingen“ und stellte die Pläne der Verwaltung vor. Deswegen brauche es neben den Führungskräften auch noch jemanden, der die Qualität der Maßnahmen kontrolliere.

„Wir freuen uns sehr über die umfangreiche Beschlussvorlage“, sagte Hans-Peter Bensch (FDP). „Wir fordern schon lange, dass wir intensiver in das Thema einsteigen.“

Gegenwind erhielt der Vorstoß einzig von Stadtrat Hans-Martin Schwarz (LBU). Er bemängelte, dass das Zwischenmenschliche durch die Digitalisierung in den Hintergrund trete. „Mir wäre es viel lieber, wenn die Entwicklung etwas langsamer vorangehen würde“, so Schwarz. Auch die Aufgabenbeschreibung der neuen Stelle sei ihm zu schwammig. Er stimmte schließlich gegen den Vorschlag.Im vergangenen Jahr hatte sich Tuttlingen beim Landeswettbewerb „Digitale Zukunftskommune@bw“ beworben und im Mai eine Förderzusage von 40 000 Euro erhalten. Das Geld soll nun in die Erarbeitung eines Konzepts für die Digitalisierung von Rathaus und Schulen gesteckt werden. Dieses soll dann bis 2025 umgesetzt werden. Als mögliche Projekte nannte Kientz zum Beispiel ein Automat im Bürgerbüro, der biometrische Daten für Ausweis und Pass erfassen könnte oder die Möglichkeit für Bürger, Dokumente in Zukunft online zu beantragen. „Ich glaube, dass wir mittelfristig weniger Personal in der Verwaltung brauchen werden“, sagte Kientz.

Der Ausschuss einigte sich auch darauf, dass sich in Zukunft ein Gemeinderatsausschuss mit dem Thema Digitalisierung befassen soll.

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