TTC Tuttlingen wagt das Abenteuer Oberliga

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 Detlef Stickel vom TTC Tuttlingen wird kommende Saison in der Oberliga an den Tisch gehen.
Detlef Stickel vom TTC Tuttlingen wird kommende Saison in der Oberliga an den Tisch gehen. (Foto: Archiv hkb)

Der TTC Tuttlingen wird in der kommenden Spielzeit in der Oberliga spielen. Nach einem Beschluss des Tischtennisverbands Baden-Württemberg (TTBW) erhalten die Tabellenzweiten in ihren Ligen die Option, in der Saison 2020/2021 eine Spielklasse höher anzutreten. Nach Diskussionen innerhalb der Mannschaft steht mittlerweile fest: Die Blau-Weißen wollen von ihrem Aufstiegsrecht Gebrauch machen und planen daher schon jetzt für die Oberliga.

Die Entscheidung des Tischtennisverbands Baden-Württemberg war bereits Mitte April gefallen: Alle Mannschaften, die auf einem Relegationsplatz stehen, erhalten das Recht, in der jeweils höheren Spielklasse zu spielen. Das bedeutet konkret: Teams, die an der Aufstiegsrelegation teilgenommen hätten, steigen auf. Mannschaften, die Abstiegsrelegation hätten spielen müssen, halten die Klasse. Diese Entscheidung des Landesverbandes war beim TTC Tuttlingen mit Spannung erwartet worden, denn als Tabellenzweiter der abgebrochenen Spielzeit wären die Tuttlinger berechtigt, in die Oberliga aufzusteigen.

Nach den Meldungen der letzten Tage hatte viel darauf hingedeutet, dass der TTBW in seiner Entscheidung den Vorgaben folgt, die vom Deutschen Tischtennisbund für seine Klassen festgelegt wurden. Damit steht der Verein viel schneller als gedacht vor der wichtigen Frage, ob vom Aufstiegsrecht Gebrauch gemacht wird oder aber der Verbleib in der Verbandsliga die bessere Variante ist. Von Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs knapp hinter den Tuttlingern lagen, ist bekannt, dass sie auf jeden Fall nach oben schielen, sollten sich die Blau-Weißen für den Verbleib in der Verbandsliga entscheiden.

Fast alle Spieler des TTC Tuttlingen verfügen über Oberligaerfahrung. Nach einigen Jahren in der Verbandsliga und den zwischenzeitlichen Abstiegsnöten in der Vorsaison tut sich auf einmal eine Tür nach oben auf. Auf der anderen Seite zeigte sich in den letzten Jahren, dass der Sprung von der Verbandsliga in die Oberliga doch ein gewaltiger ist, weil die Leistungsunterschiede zwischen beiden Ligen beträchtlich sind. Die Tuttlinger hatten in den Jahren zwischen 2013 und 2016 in der Oberliga gespielt – nie stand der Verein mit seiner ersten Mannschaft höher als zu jener Zeit. Anders als in anderen Vereinen mit einem ständigen Kommen und Gehen von Spitzenspielern aus ganz Europa blieb die Mannschaft zusammen und steht nun vier Jahre später in nahezu gleicher Aufstellung vor dem Wiederaufstieg.

Vor diesem Hintergrund musste wohl überlegt werden, ob die aktuelle Spielstärke ausreicht, um in der Oberliga mithalten zu können. Zum anderen stehen in der Oberliga einschneidende Veränderungen an. Für die Spielzeit 2021/2022 ist geplant, die Mannschaftsstärke auf vier zu reduzieren. Das bedeutet konkret, dass man in der kommenden Saison noch einmal das herkömmliche Sechserteam aufbieten muss, um dann ein Jahr darauf die Mannschaft auf ein Quartett abzuschmelzen. Andererseits nimmt für viele Spieler des TTC die berufliche Beanspruchung zu, so dass weniger als 18 Einsätze pro Runde für den einen oder anderen durchaus reizvoll sind. Weniger entscheidend ist der derweil die Frage, ob die Oberliga wegen der längeren Auswärtsfahrten nicht eine zu große Belastung darstellen würde.

Entscheiden wird über die künftigen Pläne der Vereinsvorstand. Der Vorsitzende Günther Stickel machte im Vorfeld der Sitzung deutlich, dass das Votum aus dem Mannschaftskreis entscheidend sein werde. „Wir akzeptieren den Wunsch der Mannschaft“, betonte Stickel mit Blick auf die Entwicklung der letzten Wochen. Die Mannschaftsmitglieder Detlef Stickel, Volker Schneider, Niki Schärrer, Jan Eike Wegner, Marian Pudimat, Thomas Fader, Andreas Kohler und Markus Schmitz hatten sich zuletzt per Videokonferenz zusammengeschaltet, um die Frage zu erörtern. Hier zeigte sich, dass eine Mehrheit des Teams die Aufstiegsoption annehmen würde. Auch jene, die eher skeptisch sind, signalisierten ihre Bereitschaft, in der kommenden Saison eine Liga höher anzutreten.

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